Was sonst noch geschah...

Ereignisse in Berlin und im Berliner Nahverkehr
1920 - 1929


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1920

18. Februar 1920
In Berlin gibt es nur noch eine einzige Omnibuslinie.

13. - 17. März 1920
In Berlin wird gegen die Reichsregierung geputscht. (Sog. "Kapp-Putsch")

27. April 1920
Die Preußische Landesversammlung verabschiedet ein Gesetz über die Bildung einer einheitlichen Stadtgemeinde "Groß-Berlin". Dies bedeutet die Auflösung der Berliner Umlandgemeinden.

1. Mai 1920
Die Berliner Ostbahnen, seit 1919 im Besitz des Zweckverbandes, werden in die GBS eingegliedert.

20. Juni 1920
Die Stadtverordnetenversammlung wird erstmals nach dem neuen Berlingesetz gewählt.
Die Ergebnisse: 
SPD: 10,91 %
, USPD: 28,46 %, DDP: 3,89 %, DNVP: 6,93 %, DVP: 9,63 %, Wirtsch.vereinigung: 2,82 % und Zentrum: 2,58 %. Die Wahlbeteiligung lag bei 64,73 % aller wahlberechtigten Berliner Bürger.

21. Juni 1920
Der letzte Pferdeomnibus im Tagesverkehr rückt in das Depot ein.

26. Juli 1920
Die Linie 50 wird zum Lindenhof verlängert.

16. August 1920
Auf der Eckverbindung Neukölln - Baumschulenweg wird der Bahnhof Köllnische Heide eröffnet.

1. Oktober 1920
GROSS-BERLIN gegründet
Das im April verabschiedete "Groß-Berlin-Gesetz" tritt in Kraft. Berlin wird mit sieben Städten, 59 Nachbargemeinden und 27 Gutsbezirken vereinigt. Zugleich wird Berlin in 20 Stadtbezirke aufgegliedert.
Folgende Städte treten Berlin bei: Charlottenburg, Wilmersdorf, Schöneberg, Neukölln, Lichtenberg, Köpenick und Spandau. Das "Dorf" Steglitz darf sich rühmen, mit rund 88.000 Einwohnern größtes Dorf Preußens gewesen zu sein.

Die kommunalen Vorortstraßenbahnen und U-Bahnen gehen in das Eigentum der Stadtgemeinde Groß-Berlin über.

2. Oktober 1920
Der Komponist Max Bruch stirbt im Alter von 82 Jahren in Berlin.

6. - 11. November 1920
Aufgrund eines Streiks der E-Werke ruht der Straßenbahnverkehr.

25. November 1920
Der bisherige Bürgermeister und seit Oktober Oberbürgermeister von Groß-Berlin, Adolf Wermuth tritt wegen Differenzen mit den Stadtverordneten wegen des Streiks der E-Werker zurück.

13. Dezember 1920
Die Große Berliner Straßenbahn GBS geht in dem neuen städtischen Regiebetrieb "Berliner Straßenbahn" auf.

1921

20. Januar 1921
Gustav Böß wird als Nachfolger von Adolf Wermuth zum neuen Oberbürgermeister von Berlin gewählt.

1. April 1921
Die Strausberger Eisenbahn nimmt den elektrischen Betrieb auf.

16. April 1921
Die Teltower Kreisbahn wird von der Berliner Straßenbahn übernommen.

18. April 1921
Zeitungsverleger August Scherl ist in Berlin im Alter von 62 Jahren verstorben.
Bei Scherl erschienen: "Berliner Lokal-Anzeiger", "Die Woche" und "Der Tag"

5. Juni 1921
Die Köllnische Heide wird mit der Straßenbahnlinie 65 erschlossen.

19. September 1921
Im Grunewald wird die "Automobil-Verkehrs- und Übungsstraße" (AVUS) eröffnet. Mit ihrem Bau wurde 1913 begonnen.

16. Oktober 1921
Neuwahlen!
Die Stadtverordnetenwahlen von 1920 sind für ungültig erklärt worden. Sie werden wiederholt.
Die Ergebnisse: 
SPD: 20,5 %, USPD: 19,1 %, DDP: 7,4 %, DNVP: 18,6 %, DVP: 15,5 %, KPD: 9,5 %, Wirtschaftspartei: 5,0 %, Zentrum: 3,7 %, Dt. Soziale Partei: 0,7 %
Die Wahlbeteiligung lag bei 66 %.

1922

20. März 1922
Erste Sendungen werden im Rundfunk übertragen. Wer hat schon einen Radio-Detektor?

1. Mai 1922
Der Betriebshof Heiligensee wird geschlossen.

2. Mai 1922
Die Stadt Berlin gründet die "Nordsüdbahn AG" für den Bau der städtischen Nordsüd-U-Bahnlinie.

20. Mai 1922
Der U-Bahnhof Neu-Westend wird eröffnet, gleichzeitig wird der Gelegenheitsverkehr zum Stadion in einen regelmäßigen Zugverkehr umgewandelt.

24. Juni 1922
Der Politiker Walter Rathenau stirbt 65-jährig in Berlin.

7. Juli 1922
Erstmals ist es möglich, drahtlos Bilder in die USA zu schicken.

1. Juli 1922
Erstmals wird Lichtenrade durch einen Autobus für einige Monate an das Berliner Verkehrsnetz angebunden.

6. August 1922
In den Beiwagen der Straßenbahn darf künftig geraucht werden.

19. September 1922
In den Alhambra-Lichtspielen am Kurfürstendamm wird erstmals ein Film mit Tonspur aufgeführt. "Der Brandstifter"

9. Oktober 1922
Wilhelm Furtwängler wurde als Nachfolger des verstorbenen Arthur Nikisch zum Leiter der Berliner Philharmoniker ernannt.

1922
Die Straßenbahn der Siemens & Halske AG und der Siemens-Schuckert-Werke GmbH werden der Berliner Straßenbahn einverleibt. Fast das gesamte Straßenbahnnetz ist nun in städtischer Hand.

1923

24. Januar 1923
Der im Bau befindliche Erweiterungstrakt des Verlagshauses Mosse stürzt ein. 15 Menschen kommen ums Leben.

30. Januar 1923
Erste städtische U-Bahn eröffnet
Betriebseröffnung der ersten Großprofil-U-Bahn zwischen Halleschem Tor und Stettiner Bahnhof durch die Hochbahngesellschaft im Auftrage der Stadt Berlin bzw. der Nordsüdbahn-AG

8. März 1923
Die Nordsüdbahn wird vom Stettiner Bahnhof bis zur Seestraße verlängert. Die U-Bahn erreicht somit den Stadtbezirk Wedding.

Mai 1923
Der Volkspark Jungfernheide wird eingeweiht.

25. August 1923
Letzte Fahrt eines Pferdeomnibusses auf der ABOAG-Nachtlinie Potsdamer Platz - Halensee

8. September 1923
Letztmalig fährt eine Straßenbahn durch den Westarm des 1916 eröffneten Lindentunnel.

10. September 1923
Die "Berliner Straßenbahn" wurde umorganisiert und firmiert nun als "Berliner Straßenbahn Betriebs-GmbH"

8. Oktober 1923
Der Flughafen Tempelhof wird für den zivilen Flugverkehr in Betrieb genommen.

29. Oktober 1923
Im Voxhaus an der Potsdamer Straße wird die erste Rundfunksendung ausgestrahlt.

5. November 1923
Im Scheunenviertel kommt es erstmals zu Ausschreitungen gegen jüdische Mitbürger.

15. November 1923
Die Rentenmark wird ausgegeben. Hierdurch wird die galoppierende Inflation überwunden.

24. November 1923
Die Berliner Städtischen Elektrizitätswerke BEWAG werden gegründet.

1923
Die Teltower Kreisschifffahrt und die Dampfschifffahrtsgesellschaft Stern bilden eine Betriebsgemeinschaft.

An der Ecke Jerusalemer- Schützenstraße wird das nach Plänen von Erich Mendelssohn wiederaufgebaute Mosse-Haus eröffnet. Eine Explosion riss eine Gebäudeecke des Altbaus heraus, weshalb der Neuaufbau nötig wurde. 

1924

12. Februar 1924
Reichsbahn gegründet
Per Notverordnung wird die "Deutsche Reichsbahn" geschaffen. Die einzelnen deutschen Länderbahnen gehen in der DR auf.

13. März 1924
In Berlin wird die erste Notrufsäule aufgestellt, mit der man die Polizei erreichen kann.

19. April 1924
Die Nordsüdbahn wird vom Halleschen Tor bis zur Gneisenaustraße verlängert.

17. Mai 1924
Die ABOAG richtet wieder eine Buslinie Mariendorf - Lichtenrade ein.

8. August 1924
Neue elektrische Vorortbahn nach Bernau
Die Deutsche Reichsbahn nimmt die erste elektrifizierte Vorortbahnstrecke im heutigem Sinne in Betrieb:
Stettiner Vorortbahnhof - Gesundbrunnen - Pankow - Bernau (b.Bln)
Die Stromversorgung erfolgt durch eine seitliche Stromschiene mit 800 V Gleichstrom.
Der Begriff "S-Bahn" bürgerte sich erst gegen 1928 ein.
Zum Einsatz kommen fünf Versuchszüge die im Mischbetrieb mit Dampfzügen verkehren. Noch im selben Jahr verkehren erstmalig die Züge der später so genannten Bauart "Bernau" (später BR 169) auf dieser Strecke.

11. August 1924
Der Architekt Franz Schwechten (Anhalter Bahnhof, K.-W.-Gedächtniskirche) verstirbt in Berlin einen Tag vor seinem 83. Geburtstag.

4. Dezember 1924
Die "Große Deutsche Funkausstellung" öffnet in Berlin erstmals ihre Pforten.

14. Dezember 1924
Die Neuköllner U-Bahnstrecke wird von Gneisenaustraße bis Hasenheide verlängert.

In Friedenau entsteht die Wohnsiedlung "Cäciliengärten" nach Entwürfen von Heinrich Lassen.

Erstes Hochhaus in Berlin
In Tegel wird auf dem Gelände der Borsigwerke Berlins erstes Hochhaus erbaut. Der 65 Meter hohe "Borsigturm" entstand nach Plänen von Eugen Schmohl und beherbergt die Verwaltung des Industriekonzerns.

1925

8. Februar 1925
Die Reichspost-Autobuslinie Spandau- Cladow wird von der ABOAG übernommen.
Die Allgemeine Berliner Omnibus AG (ABOAG) betreibt fast alle Autobuslinien im heutigen Berlin.

28. Februar 1925
Reichspräsident Friedrich Ebert ist im Alter von 54 Jahren verstorben.

1. März 1925
Die Schmöckwitz-Grünauer Uferbahn wird von der Berliner Straßenbahn Betriebs GmbH übernommen.

26. April 1925
Paul von Hindenburg wird als Nachfolger des verstorbenen Friedrich Ebert zum Reichspräsidenten gewählt.

15. Mai 1925
In Berlin wird die Reichs-Rundfunkgesellschaft gegründet.

5. Juni 1925
Aufnahme des elektrischen Vorortbahnbetriebs auf der Strecke Gesundbrunnen - Frohnau - Birkenwerder. Somit existiert nun eine sich teilende S-Bahnstrecke heutigen Sinnes in Berlin.
Auf der Bernauer Strecke, die im August 1924 ihren elektrischen Betrieb aufnahm, wird der Dampf-Mischbetrieb eingestellt.

16. Juni 1925
4 Millionen Einwohner in Berlin
Bei einer Volkszählung wird ermittelt, dass Berlin 4.024.165 Einwohner hat und damit die 4-Millionen-Grenze überschritten hat.

4. Oktober 1925
Die elektrische Vorortstrecke nach Birkenwerder wird bis nach Oranienburg verlängert.

25. Oktober 1925
Die Stadtverordnetenversammlung wurde gewählt.
Die Ergebnisse: SPD: 32,0 %, Dt.Nationale VP: 20,7 %, KPD 18,7 %, DDP: 9,0 %, DVP: 6,1 %, Mittelstandspartei: 3,9 %, Zentrum: 3,4 %, Dt.Völkische: 1,5 %, USPD: 1,3, Splitter: 2,0 %
Die Wahlbeteiligung lag bei 63,7 %

3. November 1925
Laut der neuen Bauordnung ist die Errichtung der berüchtigten "Mietskasernen" mit Vordergebäuden, Seitenflügeln und Quergebäuden künftig untersagt. Nach bisherigem Baurecht musste ein Hinterhof nur die nötige Größe haben, damit eine Feuerwehr-Spritze wenden konnte. Tageslicht und Luft waren nur zweitrangige Zwecke eines Hofes.

19. November 1925
Zwischen Mariendorf und Marienfelde wird mit der Linie 199 der Straßenbahnbetrieb aufgenommen.
Am selben Tag wird auch Wilhelmsruh mit der Linie 15 an das Straßenbahnnetz angeschlossen.

17. Dezember 1925
In Treptow erwirbt die ABOAG eine Maschinenfabrik und richtet dort einen Betriebshof ein.

22. Dezember 1925
Bei Hermann Tietz an der Leipziger Straße wird Berlins erste Rolltreppe in Betrieb genommen.

1925
Der abgebrannte Betriebshof Tempelhof wurde neu aufgebaut und wird für die Straßenbahn wieder in Betrieb genommen.

In Friedrichsfelde werden erste Versuche mit Großplatten beim Wohnungsbau unternommen. Es entsteht in dieser Form eine Wohnsiedlung an der Splanemannstraße.

Die Gebrüder Luckhardt entwarfen die Pläne für die Versuchssiedlung an der Schorlemmer Allee, einer Wohnsiedlung, die im Stil der neuen Sachlichkeit in Stahlskelettbauweise entstand. Die Siedlung wurde Vorbild für ähnliche Siedlungen der Folgezeit.

1926

6. Januar 1926
"Deutsche Luft-Hansa" gegründet
Durch Zusammenschluss der Junkers Luftverkehrs AG und der Aero-Lloyd-AG entsteht die Luft-Hansa.

16. Januar 1926
Der Magistrat beschließt das Zuschütten des Luisenstädtischen Kanals in Kreuzberg.

14. Februar 1926
Die Nordsüdlinie wird um den Tempelhofer Zweig ergänzt und erreicht den Bahnhof Kreuzberg.

20. Februar 1926
Auf dem neuen Messegelände in Charlottenburg wird die erste "Grüne Woche" eröffnet.

1. April 1926
Hermsdorf und Glienicke (Nordb.) werden durch die ABOAG an das Busnetz angeschlossen.

11. April 1926
Die Neuköllner U-Bahn wird von Hasenheide bis Bergstraße verlängert, wodurch die U-Bahn den Hermannplatz erreicht.

Mai 1926
In der Helmholzstraße (Charlottenburg) wird ein neuer Autobus-Betriebshof der ABOAG eröffnet.

10. Juli 1926
Verkehrs-Vereinheitlichung beginnt
"Hochbahnvertrag": Die städtische Nordsüdbahn wird der Hochbahngesellschaft übereignet. Durch einen Aktientausch gelangt die Hochbahngesellschaft (und mit ihr die ABOAG) an die Stadt Berlin. Somit sind die wesentlichen Verkehrsträger (U-Bahn, Straßenbahn und Bus) nun in städtischem Eigentum. Verkehrsstadtrat Ernst Reuter strebt eine Zusammenfassung der Einzelunternehmen an.

Juli 1926
Der Verwaltungsrat der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft beschließt die Umstellung der Berliner Stadt-, Ring- und Vorortbahn auf voll-elektrischen Betrieb im Sinne der Bernauer und Oranienburger Strecke.
Für den elektrischen Vorortbahnverkehr werden neue Züge der Bauart "Oranienburg" (später BR 168) in Dienst gestellt.

3. September 1926
Auf dem Messegelände in Charlottenburg wird der von Heinrich Straumer entworfene Funkturm eingeweiht.

12. September 1926
In Tempelhof wird das Ullstein-Druckhaus als größte Druckerei Europas fertiggestellt.

1. Oktober 1926
In der Leipziger Straße werden die ersten Verkehrsampeln in Betrieb genommen.

24. Oktober 1926
Fertigstellung der U-Bahn-Entlastungsstrecke vom Gleisdreieck zum Nollendorfplatz über Kurfürstenstraße

1. November 1926
Eine junge Partei macht neuerdings von sich Reden: Die NSDAP. Ihr Gauleiter für Berlin ist ab sofort ein gewisser Joseph Goebbels.

26. November 1926
Ernst Reuter wird als Stadtrat für Verkehr in den Magistrat gewählt.

In der Spandauer Zeppelinstraße entsteht eine vielbeachtete expressionistische Wohnblockbebauung, dessen Architekt Richard Ermisch ist.

In Zehlendorf entsteht die Waldsiedlung. Architekten sind Hugo Häring und Bruno Taut.

In Lichtenberg entsteht die Wohnanlage "Sonnenhof" nach Plänen von Erwin Gutkind.

Auf dem Wedding entsteht nach Plänen Bruno Tauts die "Siedlung am Schillerpark".

Um den enormen Strombedarf der 4-Millionenemetropole zu decken, entstand in Schöneweide das Großkraftwerk "Klingenberg".

1927

15. März 1927
Umsteigen nun möglich
Zwischen der Berliner Straßenbahn Betriebs-GmbH (Straßenbahn), der ABOAG (Autobus) und der Hochbahngesellschaft (U-Bahn) wird eine Tarifgemeinschaft eingeführt. Bei der U-Bahn wird das Zweiklassensystem abgeschafft. Nach aussen treten diese Unternehmen als die "Berliner Verkehrs-Gesellschaften" auf.

16. März 1927
Betriebsaufnahme des elektrischen Vorortverkehrs auf der Kremmener Bahn (Stettiner Vorortbahnhof - Schönholz - Reinickendorf - Tegel - Heiligensee - Hennigsdorf - Velten)

Zum Jahresanfang werden die ersten Prototypen des neuen Zugtyps Bauart "Stadtbahn" (später BR 165) in den Vorortbahndienst gestellt. Nach den Bernauer und Oranienburger Bauarten ist dies die dritte Fahrzeuggattung der "Elektrischen Berliner Stadt-, Ring- und Vorortbahn"

1. April 1927
Zwischen Spandau und der Staakener Gartenstadt wird eine ABOAG-Autobuslinie eingerichtet.

12. April 1927
Die Straßenbahnstrecke Reichskanzlerplatz - Bahnhof Heerstraße wird auf der Heerstraße bis Pichelsdorf verlängert.

1. Mai 1927
Der Tag hat 24 Stunden
Generell wird die 24-Stundenzählung eingeführt. Begriffe wie "1 Uhr Nachmittags" sind nun Geschichte.

Am selben Tag hält Adolf Hitler seine erste Rede in Berlin, in Kreuzberg.

9. Mai 1927
Zwischen Steglitz und Lankwitz richtet die ABOAG eine Autobuslinie ein.

26. Mai 1927
Zwischen Zehlendorf und der Glienicker Brücke wird eine ABOAG-Linie eingerichtet. An der Glienicker Brücke besteht Anschluss zur Potsdamer Straßenbahn.

Mai 1927
In der Eichenstraße (Treptow) richtet die ABOAG eine neue Autobus-Hauptwerkstatt ein.

17. Juli 1927
Der erste Abschnitt der GN-Bahn wird zwischen Schönleinstraße und Boddinstraße eröffnet.

1. August 1927
Der Westhafen ist baulich vollendet.

5. September 1927
In der Müllerstraße (Wedding) wird die "Straßenbahnstadt" eröffnet. Der sogenannte "Müllerhof" ist der größte Straßenbahn-Betriebshof in Berlin.

10. September 1927
Die Tempelhofer Zweigstrecke der U-Bahn wird von Kreuzberg bis Flughafen verlängert.

23. September 1927
Das Großkraftwerk Klingenberg wird in Betrieb genommen.

15. Oktober 1927
In Schöneweide wird ein Reichsbahn-Ausbesserungswerk in Betrieb genommen. Es wurde speziell für die neuen elektrischen Triebzüge der Berliner Stadt-, Ring- und Vorortbahn geschaffen.

17. Oktober 1927
Der Straßenbahnbetriebshof Schmöckwitz wird geschlossen.

31. Dezember 1927
Aus den Fertigungsbetrieben werden die ersten Serienfahrzeuge der Bauart "Stadtbahn" in das RAW Schöneweide zwecks Einbau der elektrischen Ausrüstung überführt.

In Britz wird die "Hufeisen-Siedlung" nach Plänen von Bruno Taut und Martin Wagner fertiggestellt. Der Name dieser Siedlung entstand durch ein langgestrecktes Wohnhaus, welches sich hufeisenförmig um einen Teich fügt.

Nach Plänen von Hans Hertlein entstand an der Nonnendammallee das Schaltwerkhochhaus der Siemens-Werke.

Auf dem Wedding wurde nach Plänen von Ludwig Mies van der Rohe die Wohnanlage Afrikanische Straße fertiggestellt.

1928

1. Januar 1928
Die "Berliner Verkehrs-Gesellschaften" Straßenbahn, ABOAG und Hochbahn führen einen Umsteigefahrschein zum Vorortverkehr der Deutschen Reichsbahn ein. 

12. Februar 1928
Die GN-Bahn wird von Schönleinstraße zum Kottbusser Tor verlängert.

22. Februar 1928
König Aman Ullah von Afghanistan weilt zu einem Staatsbesuch für mehrere Tage in Berlin.

31. März 1928
Das im Mai 1927 ausgesprochene Verbot der NSDAP in Berlin wird aufgehoben.

1. April 1928
Die Flachbahnlinie der Hochbahn wird von der Berliner Straßenbahn Betriebs GmbH übernommen.

6. April 1928
Die GN-Bahn wird von Kottbusser Tor bis zur Neanderstraße verlängert.

11. Juni 1928
Stadtbahn wird elektrisch betrieben
Aufnahme des elektrischen Stadtbahnverkehrs im Rahmen der so genannten "Großen Elektrisierung": 
Potsdam-Stadt - Wannsee - Charlottenburg - Friedrichstraße - Stralau-Rummelsburg - Köpenick - Erkner
Während auf den 1924 bis 27 eröffneten Nordstrecken noch Versuchszüge und Kleinserien zum Einsatz kamen, kommen auf der Stadtbahnstrecke erstmals die nach einheitlichen Plänen gebauten "Stadtbahnzüge" zum Einsatz.
 
Als Abkürzung für den umständlichen Begriff "Elektrische Stadt-, Ring- und Vorortbahn" bürgert sich der Kurzbegriff "S-Bahn" ein.

1. Juli 1928
Lübars und Waidmannslust werden durch eine Buslinie mit Tegel verbunden.

10. Juli 1928
Elektrische Betriebsaufnahme durch Stadtbahnzüge auf der "Friedhofsbahn": Wannsee - Dreilinden - Stahnsdorf

21. Juli 1928
Die ABOAG richtet eine Autobuslinie zwischen Grünau und Bohnsdorf ein.

1. August 1928
Biesdorf und Marzahn erhalten durch die ABOAG einen Busanschluss nach Friedrichsfelde

15. August 1928
Malchow erhält einen Busanschluss nach Weißensee

21. August 1928
Inbetriebnahme eines zweiten Bahnsteiges für den Vorortverkehr, Umstellung von Linien- auf Richtungsbetrieb zwischen Wannsee und Nikolassee.

23. August 1928
Elektrische Betriebsaufnahme durch Stadtbahnzüge auf der Spandauer Vorortbahn: Charlottenburg - Pichelsberg - Spandau-West. Gleichzeitig wird der neue S-Bahnhof Eichkamp eröffnet.

30. September 1928
Die NSDAP veranstaltet die erste Großkundgebung in Berlin im Sportpalast.

1. Oktober 1928
Kaulsdorf erhält einen Busanschluss nach Friedrichsfelde

7. Oktober 1928
Auf der Lichterfelder Vorortbahn wird der Bahnhof Priesterweg eröffnet.

Gleichzeitig wird auf den elektrischen Stadtbahnstrecken (Spandau/Potsdam - Erkner) der Stadtbahn-Dampfbetrieb eingestellt.

17. Oktober 1928
Die Berliner Straßenbahn richtet eine Linie von Mariendorf nach Lichtenrade ein (Linie 99)

6. November 1928
Elektrische Betriebsaufnahme durch Stadtbahnzüge auf dem Südring: Charlottenburg - Halensee - Papestraße - Neukölln - Treptow - Warschauer Straße; sowie auf der Ostbahn: Schlesischer Bahnhof - Lichtenberg-Friedrichsfelde - Kaulsdorf

30. November 1928
In Berlin wird die "Berliner Vorbereitungs-AG für Verkehrsvereinheitlichung" gegründet. Dieses Unternehmen soll die Berliner Verkehrsträger unter einem Dach zusammenfassen.

8. Dezember 1928
BVG gegründet
Die "Berliner Vorbereitungs-AG für Verkehrsvereinheitlichung" wird in 
"Berliner Verkehrs Aktiengesellschaft (BVG)" umbenannt und als solche im Handelsregister eingetragen.

10. Dezember 1928
Am westlichen Schnittpunkt der Stadtbahn und der Ringbahn wird der Bahnhof Ausstellung eröffnet. (Heute: Westkreuz); Gleichzeitig wird S-Bahnhof Eichkamp auf der Wetzlarer Bahn geschlossen. 

19. Dezember 1928
Die Linie 13 wird zum Kraftwerk Klingenberg verlängert.

In der Steglitzer Schlosstraße wird der "Titania-Palast" als ein von Schöftler, Schlönbach & Jacobi entworfenes Großkino eröffnet.

1929

1. Januar 1929
BVG übernimmt alle Verkehrsaufgaben
Die Berliner Verkehrsgesellschaften "Berliner Straßenbahn Betriebs-GmbH", "ABOAG" und "Hochbahngesellschaft" gehen in der neuen "Berliner Verkehrs-AG" auf. Die BVG ist somit Betreiber aller Straßenbahn- , Autobus- und U-Bahnlinien in Berlin und zugleich größtes Nahverkehrs-Unternehmen Europas.

30. Januar 1929
Die Brüder Saß werden durch ihren Bankraub am Wittenbergplatz stadtbekannt.

1. Februar 1929
Elektrische Betriebsaufnahme durch Stadtbahnzüge auf dem Nordring: Charlottenburg - Westend - Jungfernheide - Gesundbrunnen - Frankfurter Allee - Warschauer Straße; sowie Frankfurter Allee - Baumschulenweg - Spindlersfeld

7. April 1929
Verkehrsstadtrat Ernst Reuter stellt sein neues Konzept für das Verkehrswesen in Berlin vor. Es sieht unter anderem den zügigen Ausbau des U-Bahnnetzes im Rahmen eines 7-Jahres-Plans vor.

18. April 1929
Elektrische Betriebsaufnahme durch Stadtbahnzüge auf der Südring-Spitzkehre zwischen: Potsdamer Ringbahnhof - Ebersstraße und Potsdamer Ringbahnhof - Papestraße; außerdem zwischen Halensee und Westend über Ausstellung, somit durchgehender Ringverkehr.

29. April 1929
Karstadt am Hermannplatz fertig
Am Hermannplatz entstand mit Karstadt das größte Warenhaus Berlins. Es verfügt über einen direkten Zugang zum U-Bahnhof. Architekt des riesigen Gebäudes war Phillip Schaefer.

1. Mai 1929
Bei Krawallen zwischen KPD-Anhängern und der Berliner Polizei werden 31 Menschen getötet und rund 1200 Menschen vorübergehend festgenommen.

2. Mai 1929
Eröffnung der Straßenbahnstrecke von Wittenau zum Bahnhof Waidmannslust als erste Neubaustrecke unter Leitung der BVG.

15. Mai 1929
Die Ringbahn wird voll-elektrisch betrieben, Dampfzüge verkehren dort nicht mehr.

25. Mai 1929
Die BVG richtet eine Autobuslinie zwischen Kaulsdorf-Süd und Köpenick ein.

24. Juni 1929
Zwischen Blankenfelde, Schildow und Pankow wird eine Buslinie eingerichtet.

2. Juli 1929
Der 1903 eingerichtete elektrische Vorortbahnbetrieb zwischen dem Potsdamer Ringbahnhof und Lichterfelde-Ost wird von 550 Volt auf 800 Volt Gleichstrom umgerüstet. Somit ist diese Strecke vollwertiger Bestandteil des neuen S-Bahnnetzes.

4. August 1929
Die U-Bahnlinie D wird von Boddinstraße bis Leinestraße verlängert.

2. September 1929
Die Autobusvorortlinien mit Sondertarif erhalten neue Linienbezeichnungen mit Buchstaben.
Gleichzeitig wird den Autobus-Stadtlinien, die ihre Zahlenbezeichnungen behalten, zur Unterscheidung gegenüber den Straßenbahnlinien ein "A" vorangestellt.

6. Oktober
Umbenennungen von S-Bahnhöfen: Niederschöneweide-Johannisthal heißt jetzt "Schöneweide" und Sadowa heißt jetzt "Wuhlheide".

25. Oktober 1929
In New York kommt es zu Kurseinbrüchen an der Börse. Die Weltwirtschaftskrise wird hierdurch ausgelöst. Schon bald erreicht sie auch Deutschland.

7. November 1929
Aufgrund von Vorwürfen in einer Bestechungsaffäre tritt der Berliner Oberbürgermeister Gustav Böß zurück.

11. November 1929
Die bislang benzolbetriebene Linie 120 (Spandau - Hennigsdorf) wird auf elektrischen Straßenbahnbetrieb umgestellt.

17. November 1929
Die Stadtverordnetenversammlung wurde gewählt.
Die Ergebnisse: SPD 28,5 %, Dt.Nat.VP. 17,6 %, KPD 24,4 %, DDP 6,0 %, DVP 6,8 %, Mittelstand 4,0 %, Zentrum 3,5 %, Dt.Völkische Freiheitspartei 0,3 %, Christl. Volksdienst 1,3 %, NSDAP 5,8 %, Splitter: 1,2 %
Die Wahlbeteiligung lag bei 70,3 %

28. November 1929
Die letzte noch meterspurige Straßenbahnlinie in Berlin (Mariendorf) wird auf Normalspur umgestellt. (Linie 97)

18. Dezember 1929
Aufnahme des S-Bahnverkehrs auf der neuen "Siemensbahn": Jungfernheide - Wernerwerk - Siemensstadt - Gartenfeld. 

22. Dezember 1929
Drei U-Bahnstrecken werden eröffnet: 
Linie A I: Stadion - Ruhleben; 
Linie A II: Thielplatz - Krumme Lanke; 
Linie C II: Flughafen - Tempelhof (Südring)
Am U-Bahnhof Tempelhof ist erstmals ein gemeinsamer Umsteigebahnhof zwischen U- und S-Bahn entstanden.
Für die U-Bahn wurde an der Krummen Lanke eine Betriebswerkstatt eröffnet.

Nach Plänen von Hans Scharoun entstand in Charlottenburg das "Apartmenthaus am Kaiserdamm"

Im Wedding wird der Volkspark Rehberge fertiggestellt.


Fortsetzung: Stadtchronik 30er Jahre

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