Was sonst noch geschah...

Ereignisse in Berlin und im Berliner Nahverkehr
1970 - 1979


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1970

2. Januar 1970
Zwischen Britz-Süd und Zwickauer Damm wird der U-Bahnverkehr aufgenommen. Mit dieser U-Bahnstrecke wird die neue Gropiusstadt erschlossen.
Die Linie 7 reicht nun von Zwickauer Damm bis Möckernbrücke

Januar 1970
Die DDR stört und unterbricht zum wiederholten Mal den Verkehr auf den Transitstrecken nach Westdeutschland. Bundestags-Ausschüsse tagen in West-Berlin, hieran stört sich die DDR.

Januar 1970
Die DR führt EDV-gestützte Fahrzeuggattungs-Bezeichnungen ein: Die S-Bahnzüge tragen folgende Bezeichnungen: 165 wird 275; 167 wird 277

24. März 1970
Das Bethanien-Krankenhaus in Kreuzberg wird geschlossen.

26. März 1970
Die Alliierten nehmen Verhandlungen über den Viermächte-Status Berlins auf.

17. April 1970
Im Märkischen Viertel wird die 10.000. Wohnung fertiggestellt. Der Bau dieses Stadtteils begann 1963.

19. April 1970
Auf dem Leninplatz (dem heutigen Platz der Vereinten Nationen) wird das Lenin-Denkmal enthüllt.

2. Mai 1970
Der U-Bahnverkehr der Linie 5 wird dauerhaft eingestellt. Die Linie 5 verkehrte von Deutsche Oper bis zum Richard-Wagner-Platz.

11. Juni 1970
Bei einem Banküberfall auf dem Wedding erbeuten die Täter 300.000 DM.

18. August 1970
In Kreuzberg wird das städtische Urban-Krankenhaus eröffnet.

24. August 1970
In folgenden Straßen der Berliner Innenstadt wird die Straßenbahn wegen Straßenbauarbeiten eingestellt: Leipziger Straße, Spittelmarkt, Wallstraße, Inselstraße, Köpenicker Straße, Brückenstraße, Jannowitzbrücke, Holzmarktstraße, Andreasstraße, Lebuser Straße. Somit ist die Straßenbahn komplett aus dem Süden der Innenstadt und dem südlichen Friedrichshain, sowie der Gegend um den Ostbahnhof verschwunden. Das Straßenbahnsterben in der Berliner Innenstadt ist zum Abschluss gekommen: Südlich der Magistrale Mollstraße und dem Hackeschen Markt fährt keine Straßenbahn mehr.

Oktober 1970
Auf dem neugestalteten Alexanderplatz wird das Warenhaus "Centrum" eingeweiht. Es befindet sich etwa an der Stelle, wo sich bis in die 50er Jahre die Ruine des zerstörten Warenhauses Tietz befand. Das Warenhaus Centrum entstand nach Plänen von Josef Kaiser und Günter Kuhnert und orientiert sich stark an den Westdeutschen Horten-Häusern.

16. November 1970
In der Tauentzienstraße, sowie in der Kleist- und der Hauptstraße werden Berlins erste Busspuren eingerichtet.

1970
Das Reichstagsgebäude wird nach seiner Wiederherstellung vollendet. Der Wiederaufbau des im Kriege stark beschädigten Gebäudes wurde 1957 begonnen. Es bleibt aber weiterhin ein Gebäude ohne Funktion. Nur selten wird es von Bundesdienststellen in Form von Fachtagungen genutzt.

1970
Neue Fischerinsel
Der Wiederaufbau der Fischerinsel ist abgeschlossen. 1965 wurde die Restbebauung (zum Teil viele Jahrhunderte alt) abgerissen. 1967 begann der Bau von sechs 21-geschossigen Punkthochhäusern sowie eines "Komplexzentrums" und einer Schwimmhalle. Das Komplexzentrum, auch "Ahornblatt" genannt, beherbergt eine SB-Gaststätte, Kaufhalle und weitere soziale Einrichtungen für den Süden der Innenstadt.

1971

29. Januar 1971
Umfangreiche U-Bahnstrecken werden eröffnet: Die Linie 7 wird von Möckernbrücke bis Fehrbelliner Platz verlängert und die Linie 9 reicht über Spichernstraße hinaus bis Walther-Schreiber-Platz. Beide Strecken kreuzen sich am neuen U-Bahnhof Berliner Straße.

31. Januar 1971
Erstmals seit 1952 gibt es wieder Telefonleitungen zwischen den beiden Stadthälften Berlins. Die Vorwahl für Westberliner um in Ostberlin anzurufen lautet 00372. Von Ostberlin nach Westberlin kann nur handvermittelt telefoniert werden.

14. März 1971
Das Abgeordnetenhaus wird gewählt. Die Ergebnisse:
SPD 50,4 % (Letztwahlen: 56,9), CDU 38,2 % (32,9), FDP 8,5 % (7,1), SEW 2,3 %
Die Wahlbeteiligung lag bei 88,9 %. 
Klaus Schütz wird in seinem Amt als Regierenden Bürgermeister bestätigt.

3. Mai 1971
Erich Honecker wird zum neuen Ersten Sekretär des ZK der SED gewählt. Er löst Walter Ulbricht ab, der seinen Rücktritt aus "Altersgründen" erklärt. Ulbricht bleibt Vorsitzender des Staatsrates der DDR.

7. Juni 1971
Die Luisenstraße (Mitte) wird in "Hermann-Matern-Straße" umbenannt.

3. September 1971
Die Botschafter der vier Alliierten in Deutschland unterzeichnen das Viermächteabkommen über Berlin.

8. November 1971
Nachdem in der Innenstadt die Straßenbahnen verschwunden sind, ist nun Treptow an der Reihe: Dort verschwindet die Straßenbahn aus der Karl-Kunger-Straße, Plesserstraße, Elsenstraße, Am Treptower Park, Köpenicker Landstraße und der Schnellerstraße. Auch in Treptow sind die Straßenbahnen nun weitgehend verschwunden. Weitere Stilllegungen sind derzeit nicht vorgesehen.

11. Dezember 1971
Egon Bahr, Staatssekretär im Bundeskanzleramt und Michael Kohl, Staatssekretär des Ministerrates der DDR unterzeichnen das Transitabkommen, welches die Reisen von und nach Westdeutschland wesentlich erleichtern sollen. Am selben Tag wird ein Abkommen für die erleichterte Einreise in die DDR für Westberliner unterzeichnet.

20. Dezember 1971
In Berlin fahren die ersten "Pop-Busse". Diese Busse erhielten ganzflächige Werbung.

31. Dezember 1971
In den Abendstunden wird die schwach ausgelastete Hochbahnstrecke in der Bülowstraße stillgelegt. Die Linie 2 wird daher vom Gleisdreieck bis zum Wittenbergplatz zurückgezogen.

1971
In diesem Jahr wurde das nördliche Endstück des Stadtrings der Stadtautobahn zwischen Jakob-Kaiser-Platz und Beusselstraße/Seestraße fertiggestellt. Somit wurde der Norden Berlins wirksam an den Stadtring angeschlossen, der bis fast zum Innsbrucker Platz befahrbar ist. Außerdem wurde das Dreieck Funkturm baulich vollendet, womit die AVUS ihren endgültigen Anschluss an den Stadtring erhielt.

1971
Die Luisenstraße (Mitte) wird umbenannt in "Hermann-Matern-Straße".
H. Matern, 1971 verstorben, war Mitglied des Politbüros der SED.

1971
Die Schivelbeiner Straße (Prenzl.Bg.) wird umbenannt in "Willi-Bredel-Straße"
W. Bredel war Spanienkämpfer und Präsident der Akademie der Künste in der DDR.

1972

1. Januar 1972
Erstmalig werden auf schwach frequentierten Nachbuslinien Taxen zum BVG-Tarif eingesetzt.

1. Juni 1972
Der S-Bahnhof Innsbrucker Platz wird geschlossen. Grund sind platzübergreifende Umbauten. (bis 1979)

3. Juni 1972
Viermächteabkommen in Kraft getreten!
Im Kontrollratsgebäude am Kleistpark wird das Schlussprotokoll zum Viermächteabkommen unterschrieben. Es tritt sofort in Kraft.

4. Juni 1972
Die BVG nimmt eine grenzüberschreitende Buslinie in Betrieb und verlässt auf diesem Weg erstmals seit 1950 wieder das Stadtgebiet von Berlin. Die Linie "E" fährt vom S-Bahnhof Wannsee bis zur Autobahnabfahrt Potsdam-Babelsberg in der DDR. Zum Einsatz kommen Busse ohne Funkgeräte und ohne Werbung, dafür aber mit stärkeren Batterien.

24. Juni 1972
Zwischen West-Berlin und 32 Ortsnetzen der DDR wird der Telefon-Selbstwähldienst eingeführt.

30. Juni 1972
Die Tageszeitung "Der Telegraf" stellt sein Erscheinen ein.

1. Juli 1972
Die Linie 7 wird von Zwickauer Damm um einen Bahnhof bis Rudow erweitert. Die Linie 7 reicht nun von Rudow bis zum Fehrbelliner Platz.

30. August 1972
Die West-Berliner Exklave Steinstücken in der DDR erhält eine direkte und kontrollfreie Straßenverbindung an den Westberliner Stadtbezirk Zehlendorf. Die BVG richtet eine Buslinie (Linie 18) nach Steinstücken ein.

3. Oktober 1972
West-Berliner können erstmalig ein "Berechtigungsschein zum mehrmaligen Empfang eines Visums für die Einreise in die Hauptstadt der DDR, Berlin" beantragen.

4. Oktober 1972
Unter dem Alexanderplatz kommt es in den frühen Morgenstunden zu einer der schlimmsten Brandkatastrophen bei der Berliner U-Bahn.

Oktober 1972
Nördlich von Berlin, zwischen Birkenwerder und Linum, wird das erste Teilstück einer nach Rostock führenden Autobahn für den Verkehr freigegeben. Heute ist dieses Teilstück Bestandteil des nördlichen "Berliner Rings" und der A 24 Richtung Hamburg.

1. Dezember 1972
Die BVB stellt den O-Busverkehr auf der Linie O 40 ein. Diese Linie verkehrte zwischen Robert-Koch-Platz und dem Ostbahnhof.

25. November 1972
In Berlin stirbt der Architekt und einstige Baustadtrat Hans Scharoun. Scharoun entwarf u.a. die 1963 eröffnete Philharmonie.

20. Dezember 1972
Die Deutsche Reichsbahn eröffnet auf der Westberliner S-Bahnstrecke Zehlendorf - Düppel den Haltepunkt "Zehlendorf-Süd".

21. Dezember 1972
In Ost-Berlin wird der "Grundlagenvertrag" über die Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und der DDR unterzeichnet.

1972
Nachdem 1969 der Fernsehturm am Alexanderplatz eröffnet wurde, wurde nun die extravagante Turmumbauung fertiggestellt.

1972
Nachdem an der Leipziger Straße letzte Altbauten und Restruinen abgerissen wurden, wurde mit dem Bau eines neuen "Wohn-Ensembles" zwischen Spittelmarkt und Friedrichstraße begonnen. In diesem Zusammenhang wird die Leipziger Straße als Fortsetzung des Straßenzuges Grunerstraße/Mühlendamm erheblich verbreitert und der Spittelmarkt umgestaltet. Um 1977 soll das Projekt abgeschlossen sein.

1972
Auf dem Fehrbelliner Platz wird der Eingangspavillon des U-Bahnhofes fertiggestellt. Er entstand nach Plänen von Reinhard G. Rümmler.

1973

1. Februar 1973
Die BVB stellt die letzten beiden O-Buslinien auf Dieselbetrieb um. Somit gibt es in Berlin keine O-Busse mehr.
Es fuhren zuletzt die Linien O 30 und O 37 zwischen der Innenstadt und Bürknersfelde bzw. Lichtenberg.
Bereits 1965 wurde die letzte West-Berliner O-Buslinie auf Dieselbetrieb umgestellt.

7. März 1973
Westliche Medienvertreter werden von der DDR akkreditiert. Sie dürfen mehr oder weniger frei aus dem Osten berichten.

27. März 1973
Das Politbüro beschließt den Bau eines Palastes der Republik auf dem Marx-Engels-Platz.

15. Mai 1973
Der S-Bahnhof Düppel-Kleinmachnow wird umbenannt in "Düppel".

28. Mai 1973
Das Empfangen von Westfernsehen in der DDR ist nicht mehr verboten.

1. Juni 1973
Die in der DDR im Umlauf befindlichen Banknoten der 1964 eingeführten Serien werden gegen neue Noten ausgetauscht.

25. Juni 1973
Die Ostberliner U-Bahnlinie E wird um einen Bahnhof von Friedrichsfelde bis Tierpark verlängert.

14. Juli 1973
Mit den Linien 87 und 95 werden in Treptow die letzten Straßenbahnlinien eingestellt.

1. August 1973
Walter Ulbricht stirbt im Alter von 80 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls am Döllnsee bei Berlin.

1. November 1973
Erstmals werden bei der BVG Busfahrerinnen eingesetzt.

2. November 1973
Auf dem Marx-Engels-Platz wird der Grundstein für den Palast der Republik gelegt.

13. November 1973
Der Sportpalast in der Potsdamer Straße wird abgerissen. An seiner Stelle sollen Sozialwohnungen gebaut werden. (der später sogenannte "Sozialpalast")

15. November 1973
Westberliner müssen künftig je Besuchstag in Ost-Berlin 10 DM umtauschen. Bislang war die Hälfte obligatorisch.

25. November 1973
Aufgrund der Energiekrise herrscht in West-Berlin (und im Bundesgebiet) für vier Wochen ein Sonntags-Fahrverbot. Die BVG verzeichnet Rekordeinnahmen!

19. Dezember 1973
Der Besitz von Westmark bei DDR-Bürgern ist nicht mehr verboten, war in den letzten Jahren bereits stillschweigend geduldet. Als Folge dürfen DDR-Bürger in den seit 1962 eingerichteten "Intershops" importierte Westwaren gegen DM-West kaufen.

1973
Im Tiergarten wird die Schiffbauversuchsanstalt mit dem auffallenden Umlaufrohr fertiggestellt. Architekt war Ludwig Leo.

1973
Die DR stellt einen modernisierten S-Bahnzug vor. Es handelt sich um einen ehemaligen Olympiazug, der jetzt die Baureihenbezeichnung 277mod trägt.

1974

17. Februar 1974
Erhard Kraak wird als Nachfolger von Herbert Fechner Oberbürgermeister von (Ost-) Berlin.

Februar 1974
Letztmalig kommt im Ostsektor mit dem Typ Do56 ein Doppeldeckerbus zum Einsatz.

2. Mai 1974
Die "Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der DDR" nimmt in der Hannoverschen Straße in Berlins Mitte ihre Arbeit auf. Die Ständige Vertretung ist de facto eine Botschaft Westdeutschlands bei (!) der DDR, wird aus Statusgründen aber nicht so genannt. "Bei der DDR" deshalb, weil die Bundesrepublik den Ostteil nicht als zur DDR gehörend anerkennt und diese Vertretung daher nicht in der DDR liegt. Im übrigen eröffnet in diesen Tagen in Bonn eine "Ständige Vertretung der DDR in der Bundesrepublik"

1. Juli 1974
In den BVG-Doppeldeckbussen ist künftig das Rauchen verboten.

22. Juli 1974
Trotz Proteste der DDR nimmt als erste Bundesbehörde das Bundesumweltamt in Berlin seine Arbeit auf.

30. September 1974
Die U-Bahnlinie 9 wird um zwei Bahnhöfe von Walther-Schreiber-Platz bis Rathaus Steglitz erweitert.

23. Oktober 1974
Mit der Inbetriebnahme des neuen Flughafen Tegel wird die Buslinie 9 zum Zoo als Flughafen-City-Linie eingerichtet.

11. Dezember 1974
Gegen Bezahlung darf die West-Berliner BSR den Berliner Hausmüll auf Müllkippen in der DDR entsorgen. Entsprechender Vertrag wird unterzeichnet. Für die DDR wird die Einnahme von DM-West zum immer wichtigeren Haushaltsposten.

1974
Im Norden Berlins wird das Märkische Viertel fertig gestellt. Es entstanden in dieser Siedlung 17.000 Sozialwohnungen.

1974
Das neue Fluggastgebäude in Tegel wurde fertig gestellt. Hierbei handelt es sich zunächst nur um den ersten Bauabschnitt, der auf Pläne des Hamburger Architekturbüros von Gerkan, Marg und Partner (GMP) zurückgeht.

1974
In Friedrichsfelde entsteht mit dem "Hans-Loch-Viertel" ein neues Wohngebiet.

1974
Die Kniprodestraße wird in "Artur-Becker-Straße" umbenannt.
A. Becker war Vorsitzender des Kommunistischen Jugendverbandes und ab 1930 Reichstagsabgeordneter, wurde als Spanienkämpfer ermordet.

1975

1. Januar 1975
Aufgrund des hohen Ausländeranteils tritt eine Zuzugssperre für Ausländer in den Stadtbezirken Tiergarten, Kreuzberg und Wedding in Kraft.

1. Januar 1975
Die BVG setzt bei der U-Bahn erstmals Zugfahrerinnen ein.

24. Januar 1975
Schließung des S-Bahnhofs Friedrichsfelde Ost. Stattdessen wird ein Behelfsbahnhof eröffnet. Der Umbau ist wegen der geplanten Marzahner Strecke erforderlich.

27. Februar 1975
Der Berliner CDU-Vorsitzende Peter Lorenz wird in Zehlendorf entführt. Er wird am 5. März wieder freigelassen.

2. März 1975
In Berlin wird ein neues Abgeordnetenhaus gewählt: Die CDU wird stärkste Fraktion. Die SPD bildet mit der FDP eine Koalition; Schütz bleibt Regierender Bürgermeister von Berlin.
Die Ergebnisse:
CDU 43,9% (Letztwahlen: 38,2); SPD 42,6 % (50,4); FDP 7,1 % (8,5); SEW 1,8 %
Die Wahlbeteiligung lag bei 87,8 %

3. Mai 1975
Die Straße Alt-Friedrichsfelde wird in "Straße der Befreiung" umbenannt.

1. November 1975
Verursacht durch den Ausbau und die Begradigung der Frankfurter Allee/Straße der Befreiung werden die Straßenbahnlinien 17, 19 und 69 dort stillgelegt. Die Frankfurter Allee wird über eine neue Brücke über den Eisenbahngraben am Bahnhof Lichtenberg hinweg geführt.

24. November 1975
Wegen des Baues einer Stadtautobahn am Tempelhofer Flughafen wird die S-Bahn zwischen Tempelhof und Hermannstraße auf einem etwa zwei Kilometer langen Abschnitt verlegt.

November 1975
Im ehemaligen Bethanien-Krankenhaus wird das Künstlerhaus Bethanien eröffnet.

1975
Der kreisrunde Mehringplatz am Halleschen Tor erhielt eine platzumgrenzende Wohnbebauung nach Plänen von Werner Düttmann.

1975
Die Deutschen Bundesautobahnen wurden nach einem einheitlichen System durchnummeriert. Die Berliner Strecken des Netzes wurden in das System einbezogen:
A 10: (Stadtring) Seestaße - Kr. Charlottenburg - Dreieck Funkturm - Kreuz Wilmersdorf - Erfurter Straße
A 11: Kreuz Charlottenburg - Kurt-Schumacher-Damm
A 15: (AVUS) Dreieck Funkturm - Dreilinden (Stadtgrenze/Kontrollpunkt zur DDR)
A 103: (Abzw. Zehlendorf/Westtangente) Sachsendamm - Steglitz, Schlossstraße
A 104: (Abzweig Steglitz) Konstanzer Straße - Kreuz Wilmersdorf - Forckenbeckstraße
(Dieses Nummernsystem wurde nach 1990 geringfügig geändert)

1976

14. Januar 1976
Der Weißenseer Weg wird in "Ho-Chi-Minh-Straße" umbenannt.
Die Möllendorfstraße (Lichtenberg) wird in "Jacques-Duclos-Straße" umbenannt.

28. März 1976
Die BVB erhält den ersten Straßenbahnzug (KT4D) des tschechischen Herstellers Tatra

23. April 1976
Auf dem Marx-Engels-Platz wird der "Palast der Republik" eröffnet. Es ist der Sitz der DDR-Volkskammer und beherbergt gastronomische Einrichtungen sowie das "Theater im Palast". Der "Palast"
entstand nach Plänen von Erhardt Gißke

30. April 1976
Die Linie 9 wird um zwei Bahnhöfe Richtung Nord-Osten verlängert. Die neuen Bahnhöfe ab Leopoldplatz heißen Nauener Platz und Osloer Straße. Die Linie 9 reicht nun von Osloer Straße bis nach Steglitz.

30. Mai 1976
Erstmals seit 1952 halten in Wannsee wieder Transitzüge.

1. Juni 1976
Der S-Bahnhof Zentralflughafen Berlin-Schönefeld wird umbenannt in "Flughafen Berlin-Schönefeld"

1. Juli 1976
Der S-Bahnverkehr in West-Berlin wird erheblich eingeschränkt: Anstatt des 10-Minuten-Grundtaktes gilt nun der 20-Minuten-Grundtakt. Der Betriebsschluss wird auf einigen Strecken zeitlich vorgezogen, ebenso entfällt der Nachtverkehr an den Wochenenden.

26. September 1976
Die Transitzüge von und nach Hamburg fahren künftig über Spandau (Staaken) anstatt über Wannsee (Griebnitzsee). Am selben Tag wird der Fernbahnhof Spandau wieder für den Reiseverkehr geöffnet.

17. November 1976
Der Berliner Liedermacher Wolf Biermann wird von der DDR ausgebürgert. Bei seiner Wiedereinreise wird im bekannt gegeben, dass er nicht länger Bürger der DDR sei. Dies führt zu Protesten in Künstlerkreisen.

30. Dezember 1976
Aufgrund des Entstehens des neuen Stadtteils Marzahn wurde eine neue S-Bahnstrecke erforderlich. Der erste Abschnitt wurde eröffnet: Friedrichsfelde-Ost - Marzahn

1976
In Steglitz wird eine Autobahntangente eröffnet. Am Schnittpunkt der Hochstraße mit der Schlossstraße entstand der so genannte "Bierpinsel" nach Plänen des Büros Schüler-Witte.

1977

2. Mai 1977
Nachdem Klaus Schütz aufgrund von mehreren Skandalen seinen Rücktritt erklärte, wird Dietrich Stobbe (SPD) zum neuen Regierenden Bürgermeister von Berlin gewählt.

25. Juli 1977
Die BVG richtet zum Sondertarif eine Schnellbuslinie zwischen Flughafen Tegel und Bahnhof Zoo ein (so genannter "City-Bus"). Bereits im November wird diese Linie wieder eingestellt.

5. Oktober 1977
Die Linie 8 wird erstmalig seit 1930 verlängert. Die neuen Bahnhöfe ab Gesundbrunnen heißen Pankstraße und Osloer Straße. Der Bahnhof Pankstraße ist der 100. U-Bahnhof in West-Berlin.

15. Oktober 1977
Der S-Bahnhof Zentralviehhof wird umbenannt in "Storkower Straße".

1977
In der Schöneberger Pallasstraße entstand nach Plänen von Jürgen Sawade der so genannte "Sozialpalast", eine Wohnhochhausscheibe mit über 500 Wohnungen. Der Sozialpalast wurde am Ort des 1973 abgerissenen legendären Sportpalast errichtet. Das Gebäude ist baulich so vorbereitet, dass zukünftig eine Schnellstraße hindurchgeführt werden könnte.

1978

28. April 1978
Die Linie 7 wird ab Fehrbelliner Platz bis zum Richard-Wagner-Platz verlängert. Fünf Bahnhöfe werden neu eröffnet. In diesem Zusammenhang wurde die Wilmersdorfer Straße in Charlottenburg zur ersten Fußgängerzone Westberlins umgestaltet.

1. September 1978
An der Friedrichstraße wird das Internationale Handelszentrum eröffnet. Der mit japanischer Hilfe gebaute braun/weiße Klotz ist 93 Meter hoch.

29. November 1978
Neue Transitwege
Ein Verkehrs-Abkommen zwischen der Bundesrepublik und der DDR sieht den Ausbau der Verbindungswege von und nach Westdeutschland vor. Unter anderem soll von Berlin nach Hamburg eine Autobahn gebaut werden. Der Transitverkehr nach Hamburg wird bislang über die alte Reichsstraße 5 abgewickelt. Die Hamburger Autobahn soll in Wittstock von der kürzlich fertig gestellten Rostocker Strecke abzweigen und bei Zarrentin die innerdeutsche Grenze erreichen. Der Bund wird sich an den Baukosten beteiligen.
Weiterer Bestandteil dieses Abkommens ist die Wiedereröffnung des Teltowkanals für die Binnenschifffahrt und die umfassende Renovierung der Helmstedter Autobahn, die sich noch weitgehend im Zustand von 1936 präsentiert.

15. Dezember 1978
Im Kulturforum wird
die nach Plänen von Hans Scharoun entworfene Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz fertig gestellt.

1978
Mit Fertigstellung des Innsbrucker-Platz-Tunnels konnte die Streckenlücke des Stadtrings (A 10) der Stadtautobahn zwischen der provisorischen Abfahrt Erfurter Straße und dem Kreuz Schöneberg (Steglitzer Tangente) am Sachsendamm geschlossen werden.

1979

18. März 1979
Berlin wählt das neue Abgeordnetenhaus. Die Ergebnisse:
CDU 44,4 % (Letztwahlen: 43,9); SPD 42,7 % (42,6); FDP 8,1 % (7,1); SEW 1,1 % Alternative Liste AL 3,7 %
Die Wahlbeteiligung lag bei 85,4 %
Dietrich Stobbe (SPD) bleibt aufgrund der weitergeführten SPD-FDP-Koalition Regierender Bürgermeister von Berlin.
Neu auf der politischen Bühne ist die Grün-Alternative Liste, die sich mit Umweltfragen befasst.

30. März 1979
Das Wohnungsbaugebiet Marzahn wird ein eigenständiger Ostberliner Stadtbezirk. Marzahn gehörte bislang zum Stadtbezirk Lichtenberg. Die Westalliierten protestieren gegen diese Eigenmächtigkeit der DDR mit Blick auf den Alliiertenstatus der Stadt.

30. März 1979
Die DR stellt einen modernisierten "Stadtbahn"-Zug vor, der nach Vorbild des 277mod gestaltet wurde. Später wurden diese Züge als 276 eingruppiert.

2. April 1979
Am Messedamm wird das Internationale Congress-Centrum (ICC) seiner Bestimmung übergeben. Es entstand nach Plänen des Architektenehepaares Schüler-Witte.

6. April 1979
Zwischen Rhinstraße Ecke Allee der Kosmonauten und Biesdorf wird eine Straßenbahn-Neubaustrecke zur Erschließung von Marzahn eingerichtet.

16. April 1979
Die DDR hat enorme Auslandsschulden und ist daher dringend auf Einnahmen von Westmark angewiesen. Um in den Besitz ruhender DM-Bestände von DDR-Bürgern zu kommen, wird die "Forum-Mark" eingeführt. DDR-Bürger sind hierdurch verpflichtet, ihre D-Mark gegen diese Forum-Schecks umzutauschen, mit denen sie in Intershops einkaufen dürfen. Der direkte Einkauf mit DM ist DDR-Bürgern künftig untersagt.

17. April 1979
Die erste Ausgabe der "TAZ" erscheint.

6. September 1979
Der S-Bahnhof Friedrichsfelde Ost wird nach völligem Umbau neu eröffnet.

28. September 1979
Auf der Marzahn-Strecke wird der S-Bahnhof Karl-Maron-Straße eröffnet. Er heißt heute Poelchaustraße.

3. Oktober 1979
In der Wuhlheide wird der "Pionierpalast Ernst Thälmann" eingeweiht. Heute ist es das Freizeit und Erholungszentrum Wuhlheide (FEZ)

Oktober 1979
in Hennigsdorf (LEW) wird der erste S-Bahn-Baumusterzug der BR 270 vorgestellt.

26. November 1979
Die Bürgerinititative SO 36 besetzt leer stehende Wohnungen in der Kreuzberger Cuvrystraße. Es ist die erste Hausbesetzung.

26. November 1979
Am Landwehrkanal wird das Bauhaus-Archiv eröffnet.

1979
In mehreren Abschnitten wurde dieses Jahr die Stadtautobahn Richtung Norden für den Verkehr freigegeben. Die A 11 erstreckt sich vom Kreuz Charlottenburg (J.-Kaiser-Platz) entlang des Kurt-Schumacher-Damms, unter dem Tegeler Flughafen hindurch bis zum Kreuz Reinickendorf, welches teilweise unterirdisch angelegt wurde. Ferner wurde im Zuge der Westtangente der Abschnitt vom Kurt-Schumacher-Platz bis zur Wittestraße fertig gestellt. Somit ist der Stadtring von Tegel bis Schöneberg durchgehend befahrbar.


Fortsetzung: Stadtchronik 80er Jahre