Die Spittelmarktlinie
Spittelmarkt - Potsdamer
Platz

Am
1.Oktober 1908
wurde diese Linie am Südrand der Berliner Innenstadt eröffnet,
wobei die Eröffnung des Bahnhofs Potsdamer Platz bereits am
29.
September 1907
stattfand. Die Strecke entstand auf Veranlassung
der Hochbahngesellschaft. Die Große Berliner Straßenbahn jedoch
verhinderte per Gerichtsurteil die ursprünglich projektierte
geradlinige Streckenführung unter der Leipziger Straße. Aus
diesem Grunde entstand die äußerst kurvenreiche
Streckenführung durch nördlich gelegene Nebenstraßen. Geradezu
revolutionär auf dieser Strecke war, dass jeder Bahnhof mit
Mittelbahnsteigen versehen wurde. Eine weitere Besonderheit war
das von Grenander entworfene "Farbschema", wodurch
jeder Bahnhof anhand der Farbe der Wandfliesen und
Bahnsteigaufbauten unterschieden werden konnte.
Die Bahnhöfe:
| U-Bhf Potsdamer Platz |
Dieser Bahnhof wurde bereits am 14.September 1907 dem Betrieb
übergeben. Bis zum 29. Januar 1923 hieß er "Leipziger
Platz". Er besteht aus einem leicht geschwungenem
Mittelbahnsteig und verfügt zu beiden Seiten über Zugänge. Der
Bahnhof wurde weiß verfliest. Einige Bestandteile der Wände
dagegen erhielten eine grüne Verfliesung. Auch wurden die
Bahnsteigaufbauten bewusst grün gehalten. Der südliche Zugang
befindet sich in der seinerzeitigen Königgräzer Straße, der
heutigen Stresemannstraße, die beiden nördlichen Zugänge
dagegen befinden sich in der Mitte des Leipziger Platzes und an
dessen Nordostecke unmittelbar vor dem Zugang zum Warenhaus
Wertheim. In der Mitte des Bahnsteiges befand sich zum Zeitpunkt
der Eröffnung ein kreisrundes Oberlicht mit einem Durchmesser
von fünf Metern. Vermutlich in den 30er Jahren wurde dieses
Oberlicht geschlossen.
In der Nacht zum 13. August 1961 wurde der Bahnhof aufgrund
seiner Lage im Grenzgebiet der Sektorengrenze geschlossen und
diente nur noch zum Abstellen Ostberliner U-Bahnzüge. Am
13.November 1993 wurde der Bahnhof erneut eröffnet. Vor der Neueröffnung
musste der Bahnhof vollständig restauriert werden. Er erhielt eine völlig neue
Wandverfliesung, die mit der alten Verfliesung identisch ist. Die
Eingangsbereiche an der Oberfläche dagegen sind Neuschöpfungen.
In den 30er Jahren entstand in unmittelbarer Nähe der gleichnamige unterirdische S-Bahnhof. Ursprünglich war an einen tiefer liegenden Verbindungsgang gedacht, der in Form von Treppenläufen in der Mitte des Bahnsteiges einmünden sollte, doch dieser Übergang ist bis heute nicht geschaffen worden.
Anschlussbericht:
Westliche Stammlinie,
Östliche Stammstrecke
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| U-Bhf Mohrenstraße |
Dieser Tunnelbahnhof, unter dem Wilhelmplatz gelegen, wurde mit
dem Namen "Kaiserhof"
am 1. Oktober 1908 eröffnet. Es wurde besonderer
Wert auf eine architektonisch wertvolle Gestaltung gelegt, da in
der Nähe dieses Bahnhofes einige Ministerien und große Hotels
angesiedelt sind. Als Kennfarbe erhielten die Wände weiße und
schwarze Fliesen. Besondere Erwähnung verdient der westliche
Zugangsbereich, der eine frei tragende Treppe innerhalb einer ovalen Öffnung
aufweist, die von einer hohen Pergola umgeben ist.
Die Eleganz
des Wilhelmplatzes mit seinen vornehmen Gebäuden wird mit diesem
U-Bahneingang wirkungsvoll unterstrichen.
Im Inneren geht es weiter: Die Vorhalle erhielt eine schmuckvolle Verkleidung mit Fliesen, die aus den Königlichen Majolika-Werkstätten in Cadinen stammen.
1938 wurde der westliche Zugangsbereich völlig umgebaut, wobei er seine Pergola einbüßte: Der "Führer" wollte vor seiner Neuen Reichskanzlei einen Aufmarschplatz, diesen Erfordernissen entsprach der damalige Wilhelmplatz jedoch nicht. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Bahnhof weitgehend zerstört.
Bis 1950 fuhren die U-Bahnzüge ohne Halt durch, seither existiert an dieser Stelle der heutige Bahnhof Mohrenstraße, der damals als "Thälmannplatz" eröffnet wurde. Zwischen 1986 und 1991 hieß der Bahnhof "Otto-Grotewohl-Straße" und war zwischen 1961 und 1993 westlicher Endpunkt der Ostberliner U-Bahnlinie A. Dieser Bahnhof ist faktisch ein Neubau an alter Stelle.
Er erhielt eine vollständige Fliesenverkleidung, bestehend aus verschiedenfarbigen Marmor. Dieser Werkstoff stand um 1950 in Hülle und Fülle zur Verfügung: Dieser Marmor wurde der 1949 beseitigten Reichskanzlei entnommen. Die Wände und Mittelstützen erhielten eine rotbräunliche Marmorverkleidung, während der Bahnsteigbelag einen grünlichen Marmorbelag mit weißen Streifen erhielt. Dies war der erste U-Bahnhof, der keinen Asphaltbelag aufzuweisen hatte. Der Bahnhofsname wurde in Blocklettern aus Messing an der Wand angebracht. In den Stützpfeilern wurden hinterleuchtete Transparentschilder integriert, die auf die Ausgänge hinwiesen. Am Thälmannplatz war seinerzeit das neue Machtzentrum der DDR vorgesehen, aus diesem Grunde erhielt der U-Bahnhof diese repräsentative Ausstattung, die an Moskauer Metrobahnhöfe jener Zeit denken lässt.
Dem Thälmannplatz selbst wurde 1986 der Name abgenommen, als an der Greifswalder Straße der "Ernst-Thälmann-Park" fertiggestellt wurde. Nach 1986 wurde der ehemalige Thälmannplatz durch Gebäude überbaut.
| U-Bhf Stadtmitte |
Bahnhof mit Mittelbahnsteig unter der Mohrenstraße gelegen. Zu
beiden Seiten wurden Zugänge angelegt. Aufgrund der Enge der
Mohrenstraße wurden die Zu- und Abgänge hintereinander
angeordnet. Kennfarben den Bahnhofs waren Rot und Weiß. Weiß waren die
Wandfliesen im Bahnhof, rot dagegen die Reklamefeld- und
Stationsschildumrandungen.
1908 wurde der Bahnhof mit
dem Namen "Friedrichstraße" eröffnet. 1923 wurde er
zu einem Umsteigebahnhof zur Nord-Süd-Bahn umgebaut. Seither
heißt er "Leipziger Straße". 1924 erfolgte die
Umbenennung in "Friedrichstadt" und 1936 schließlich
in "Stadtmitte". Zwischen 1961 und 1990 war der
Übergang zur Nord-Süd-Bahn geschlossen. Um 1970 erhielt der
Bahnhof in der Bahnsteighalle eine neue creme-farbene
Fliesenverkleidung.
Siehe weiteren Beitrag über diesen Bahnhof
Anschlussbericht:
Die Nord-Süd-Bahn
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| U-Bhf Hausvogteiplatz |
Dieser Bahnhof fällt durch seinen mit 5,95 Meter sehr schmalen und noch dazu gebogenen Mittelbahnsteig auf. Der Bahnhof erhielt auf dem Hausvogteiplatz ein Kassenhäuschen. Die Wände des Bahnhofs waren weiß gefliest, wobei die Umrandungen kräftig gelb gehalten waren. Um einen Eindruck zu bekommen, was für ein Farbton das war: Die Bahnsteigaufbauten haben noch diese Originalfliesen.
Auch dieser Bahnhof entstammt der Planung von Alfred Grenander. Im Krieg wurde dieser Bahnhof schwer beschädigt und war bis 1950 geschlossen. Um 1970 erhielt der Bahnhof eine neue Verkleidung mit grauen Fliesen.
1998 wurde der östliche Zugang umgebaut und dem Vorkriegszustand angepasst, allerdings verzichtete man auf den Wiederaufbau des Kassenhäuschens.
| U-Bhf Spittelmarkt |
Unter der Wallstraße gelegener Bahnhof mit Mittelbahnsteigen. In
die nördliche Bahnhofswand wurden Fenster eingelassen, die in
die Kaimauer der Spree integriert wurden. Die Fenster wurden 1940
vermauert. Die Öffnung dieser Fenster ist in den nächsten
Jahren im Rahmen einer Totalsanierung des Bahnhofs vorgesehen.
Als Kennfarbe wählte Grenander die Farben Blau und Weiß.
Um
1970 erhielt dieser Bahnhof eine neue Verkleidung mit hellblauen
Fliesen.
Im Sommer 1913 wurde diese Strecke Richtung Alexanderplatz und Nordring erweitert.
1908 wurde der Zugverkehr auf dieser Strecke aufgenommen. Die Züge fuhren anfangs sowohl zur Warschauer Brücke als auch zum Wilhelmplatz. Nach 1912 entfielen die Warschauer Züge wegen der Umgestaltung des Gleisdreiecks. Es ging nur noch Richtung Wilhelmplatz, seit 1913 aber auch Richtung Fehrbelliner Platz.
Anschlussbericht:
Die Centrumslinie
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Pankow - Ruhleben
Weitere Abschnitte dieser Linie:
| U2: Pankower Erweiterungen - Nordringstrecke - Centrumslinie - Spittelmarktlinie - Westliche Stammstrecke - Charlottenburger U-Bahn - Westendstrecke |