Die Friedrichsfelder
U-Bahn
Alexanderplatz -
Friedrichsfelde

Die U-Bahn in den
Osten: Linie E nach Friedrichsfelde
Am 21.Dezember 1930 wurde die komplette 7,8 Kilometer lange
U-Bahnlinie in Betrieb genommen. Mit dem Bau wurde 1926 begonnen.
Ursprünglich war eine Fertigstellung schon zum März 1930 vorgesehen, doch
bedingt durch die Weltwirtschaftskrise musste aus Kostengründen das Bautempo
erheblich verlangsamt werden. Nur durch Abzug von Baukapazitäten anderer
U-Bahnbaustellen konnte die Strecke noch im Jahre 1930 fertig werden, was ohne
die zusätzlichen Bauarbeiter erst im März 1931 möglich gewesen wäre.
Als im April 1930 die Linie D nach Gesundbrunnen fertig wurde,
staunte die Fachwelt über diese moderne U-Bahnlinie. Nunmehr
wurde schon wieder eine noch modernere U-Bahnstrecke in Berlin
fertig. Diese Linie entstand aus einem Guss, was man der strengen und
einheitlichen Architektur der Bahnhöfe ansieht: Grenander entwarf einen
Standardbahnhof, der Vorbild für alle Bahnhöfe dieser Linie war
und nur in Details abgewandelt wurde: Sei es aus farblichen oder
geographischen und technischen Gründen.
Standardmäßig erhielten alle Bahnhöfe eine Fliesenverkleidung
mit rechteckigen Kacheln im Mauerwerksverband. Die Stützen
bestehen aus Stahl und tragen die flach gegliederte Putzdecke. Auf sonstigen
Schmuck wurde konsequent verzichtet. Für alle Bahnhöfe war ein Farbschema verbindlich, wie es
bereits bei einigen anderen Strecken zur Anwendung kam. Diese Farben waren das
wesentlichste Unterscheidungsmerkmal der ansonsten sehr ähnlich gestalteten
Bahnhöfe dieser Strecke.
Die Bahnhöfe:
| U-Bhf Alexanderplatz |
Farbschema: Türkies/Grün mit wechselnden Schattierungen
mehr zum Thema U-Bhf. Alexanderplatz
| U-Bhf Schillingstraße |
Farbschema: Rosa
Ein Standardbahnhof in reinster Form. Zu beiden Enden befinden
sich Vorhallen in einem Zwischengeschoss von wo aus der
Straßenbereich erreicht werden kann. Zwischen 1959 und 1960 war der Bahnhof
komplett geschlossen und wurde ohne Halt durchfahren. Bei dieser Gelegenheit wurde der westliche
Zugang komplett stillgelegt. Der Ausbau der damaligen Stalinallee
machte die Schließung erforderlich. Die östlichen Eingänge wurden verlegt. Später,
oder in diesem Zusammenhang, erhielt der Bahnhof
eine neue Verkleidung mit hellgrünen senkrecht angeordneten Fliesen. Horizontal
streifenweise sind weiße Fliesen eingefügt. Die stählernen Stützpfeiler sind
dunkelgrün gehalten.
| U-Bhf Strausberger Platz |
Farbschema: Hellgrau
Aufgrund der Bedeutung dieses Platzes erhielt der Bahnhof einen
geringfügig breiteren Bahnsteig. Außerdem war hier die Kreuzung einer weiteren
U-Bahnlinie vorgesehen. Der übrige Aufbau entspricht
exakt dem von der Schillingstraße her bekannten. Der Bahnhof
erhielt in den späteren Jahren eine neue Verkleidung mit senkrecht angeordneten
beigefarbenen Fliesen. Die Mittelstützen sind heute grün gestrichen.
| U-Bhf Weberwiese |
Farbschema: Gelb
Ein, ja im Grunde genommen der Standardbahnhof. Er
entspricht exakt der vorgefassten Norm. Der Bahnhof
"Memeler
Straße", wie er anfangs hieß, wurde 1950
in
"Marchlewskistraße"
umbenannt, 1991 erfolgte die Umbenennung in
"Weberwiese". Dieser Bahnhof erhielt in den späteren
Jahren eine neue Verkleidung mit senkrecht angeordneten Fliesen. Sie sind
olivgrün und beige durchmischt. Die Mittelstützen sind heute dunkelgrün
gehalten.
| U-Bhf Frankfurter Tor |
Farbschema: Türkiesgrün
Dieser Bahnhof erhielt einen breiteren Bahnsteig, zusätzlich
wurden die Zugangstreppen zur Bahnsteigmitte hin verschoben. Dies
hatte seinen Grund: Schon damals war an dieser Stelle ein
Kreuzungsbahnhof geplant, wo die Linie B I aus Richtung
Warschauer Brücke die Linie E kreuzen sollte. Auch dieser Bahnhof wurde in
späteren Jahren mit neuen Wandfliesen versehen. Sie sind hellblau und senkrecht
angeordnet. Die Mittelstützen sind dunkelblau lackiert.
Dieser Bahnhof wurde oft umbenannt. Er führt heute den
"Umbenennungsrekord" aller Berliner U-Bahnhöfe an:
1930 eröffnet als "Petersburger Staße"
1947 umbenannt in "Bersarinstraße"
1958 umbenannt in "Bersarinstraße (Frankfurter Tor)"
im selben Jahr umbenannt in "Frankfurter Tor"
1991 umbenannt in "Rathaus Friedrichshain"
1996 umbenannt in "Petersburger Straße"
1998 umbenannt in "Frankfurter Tor"
Besonders skurril war die
Situation im Sommer 1996: Damals hieß der Bahnhof noch "Rathaus
Friedrichshain". In den Netzspinnen von Juni 1996 steht der neue Name
"Frankfurter Tor". Die für diesen Zeitpunkt vorgesehene Umbenennung
wurde aber nicht wirksam. Man einigte sich auf den Namen Petersburger Straße,
gültig ab September 1996.
Unter den Bahnhofsschildern "Rathaus Friedrichshain" klebten damals
Plakate mit einem rot durchgestrichenen Namen "Frankfurter Tor" und
darunter klein der Hinweis: "Ab 1.9.1996: Petersburger Straße"
Wer soll da noch durchsteigen?
| U-Bhf Samariterstraße |
Farbschema: Hellgrün
Auch dieser Bahnhof entspricht exakt dem Aufbau des Bahnhofs
Memeler Straße.
Dieser Bahnhof verfügt noch über seine originalen grünen Wandfliesen. Krass
wirkt heute der Kontrast zwischen den pastellgrünen Fliesen und den kräftig
roten Stahlstützen.
|
U-Bhf Frankfurter Allee |
Farbschema: Rosa
Mittig angeordnete Vorhalle mit damals geplanten aber nie
ausgeführten direkten Übergang zum gleichnamigen S-Bahnhof. Der
Bahnsteig weist eine größere Breite gegenüber den übrigen
Bahnhöfen auf. Beiderseits des Bahnhofs wurden Kehrgleisanlagen
angeordnet. Dieser Bahnhof erhielt in späteren Jahren neue orange Wandfliesen,
die senkrecht angeordnet sind.
1949 wurde der Bahnhof umbenannt in "Stalinallee
(Ringbahn)" (Der "Generalissimus" wurde 70 Jahre
alt: Grund genug die Große Frankfurter Straße und die
Frankfurter Allee in Stalinallee umzubenennen.) 1961 wurde der
Bahnhof (und die Allee selbst) zurückbenannt in
"Frankfurter Allee (Ringb.)" (Stalin war kein
"Klassiker" mehr, das erkannte nun auch Walter
Ulbricht, auch wenn er meinte, eine "Entstalinisierung sei
nicht nötig, weil es Stalinismus in der DDR nie gab.")
| U-Bhf Magdalenenstraße |
Farbschema: Hellgrau
Ein Standardbahnhof wie Memeler Straße.
Die Wände wurden später mit neuen Fliesen versehen, hier wurde der auf dieser
Strecke traditionelle Mauerwerksverband gewählt. Im Sockel- und Deckenbereich
wurde hellgrün gewählt, im mittleren Wandbereich beige. Eingefügt sind
Fliesengemälde der Deutschen Geschichte des 20 Jahrhunderts. Die Mittelstützen
sind graugrün gestrichen.
| U-Bhf Lichtenberg |
Farbschema: Gelb
Breiterer Bahnsteig mit flacher Halle: Über der Bahnsteighalle
befindet sich ein umfangreiches Fußgängergeschoss, das zugleich
Bestandteil des S-Bahnhofes ist. Dieser Bahnhof behielt seine originalen
Wandfliesen.
| U-Bhf Friedrichsfelde |
Farbschema: Blaugrün
Dieser Bahnhof verfügt über Vorhallen auf Bahnsteigniveau, da
der Bahnsteig in Unterpflasterlage angelegt wurde. Dieser Bahnhof hat seine
originalen Wandfliesen bewahren können.
1958 wurde der Bahnhofsname um einen Zusatz ergänzt: "Friedrichsfelde (Tierpark)". Dieser Zusatz wurde 1970 wieder gestrichen.
Hinter diesem Bahnhof befindet sich ein Rampenbauwerk, über das
die Betriebswerkstatt erreicht werden kann.
Beiderseits dieses Rampenbauwerks schlossen sich bereits 1930
Tunnelstutzen an, an die die Streckenverlängerung angeschlossen
werden könnte. Dies geschah erst 1970-73 mit der Verlängerung
zum Tierpark.
Anschlussbericht:
Die Tierparkstrecke
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Alexanderplatz - Hönow
Weitere Abschnitte dieser Linie:
| U5: Friedrichsfelder U-Bahn - Tierparkstrecke - U-Bahn nach Hönow |