Der
Wagenpark der Berliner U-Bahn
Kleinprofil Neubau
(Beschaffungen seit 1960)
Baureihe A3 und A3E
Baureihe A3L
Baureihe A3L-82
Baureihe A3L-92
Baureihe G, G-I, G-II, G-I/1
G-I/1E
Baureihe HK
Die
Baureihe A3
A3-60, A3-64, A3-66

Die Baureihe A3
Der neue Wagentyp für das Kleinprofil der BVG-West
1953 begann die BVG-West mit der Entwicklung eines neuen
Wagentyps für das Großprofil. Das Ergebnis ist die Baureihe D,
die seit 1957 in Serie produziert wird.
Schon damals begann man mit den Planungen eines Neubauzuges für
das Kleinprofil, indem man die technischen Aggregate auch
kleinprofil-tauglich machte. 1959 begann die konkrete Planung
eines Kleinprofil-Neubauzuges. Dies geschah in enger
Zusammenarbeit zwischen BVG-West und der Deutschen Waggon- und
Maschinenfabrik DWM.
Im Wesentlichen sollten die technischen
Parameter des Großprofiltyps auf den Kleinprofiltyp übertragen
werden. Es entstand ein Doppeltriebwagen mit einer jeweiligen
Wagenkastenlänge von 12,53, also einer Gesamtlänge von rund 26
Metern. Wenn man als maximale Zuglänge vier Einheiten zugrunde
legt, ergibt dies eine Zuglänge von 104 Metern. Die Bahnsteige
im Kleinprofil sind in der Regel 110 Meter lang. Je Wagenseite
wurden, wie im Großprofil, drei doppelte Taschenschiebetüren
vorgesehen, die von Hand geöffnet, durch den Fahrer aber zentral
geschlossen werden konnten. Auch bei diesen Zügen wurde von der
Möglichkeit Gebrauch gemacht, den Führerstand durch Umstellen
der Wände zu Stehplatzraum für Fahrgäste zu machen. Technisch
war dieser Kleinprofiltyp im wesentlichen baugleich mit dem Typ
D. So wurde der Antrieb für alle acht Achsen vorgesehen, genauso
wie das doppelte Bremssystem, was letztlich den Einmannbetrieb
rechtlich möglich machte.
1960 wurden die ersten Prototypen an die BVG ausgeliefert. Sie
bildeten zwei Acht-Wagen-Züge, die in aller Ruhe im
Kleinprofilnetz getestet werden konnten. Zwischen 1964 und 1966
erhielt die BVG 46 Einheiten, um die alten A-I-Holzwagen aus der
Zeit bis 1913 abzulösen.

A3-60er auf der
Krumme-Lanke-Strecke
Baureihe
A3-60:
Gebaut 1960/61 bei DWM
Anzahl: 8 Doppeltriebwagen bestehend aus 16 Wagen
Rückwärts laufende Wagennummern: 999/998 - 985/984
Baureihe
A3-64:
Gebaut 1964 bei Orenstein & Koppel
Anzahl: 25 Doppeltriebwagen bestehend aus 50 Wagen
Wagennummern: 983/982 - 935/934
Baureihe
A3-66:
Gebaut 1966 bei Orenstein & Koppel, DWM Berlin
Anzahl: 21 Doppeltriebwagen bestehend aus 42 Wagen
Wagennummern: 933/932 - 893/892
Seit 1960 kamen
diese Züge auf allen Kleinprofillinien des Westens zum Einsatz,
bis August 1961 sogar zur Warschauer Brücke. Nach Pankow hingegen sollen diese
Züge vor dem Mauerbau nie gefahren sein.
Aktuell:
Die Abgänge bedingt durch Unfälle waren bei diesen Zügen sehr
gering. Im November/Dezember 1999 begann die BVG einige Züge
auszumustern. Hierzu zählen alle A3-60er, also die Prototypen.
Nur die Einheit 999/998 blieb erhalten. Diese Einheit bleibt in ursprünglicher
Form erhalten und soll zukünftig ein Museumszug werden. Außerdem wurden fünf
Einheiten des Typs A3-64 und eine Einheit des A3-66 ausgemustert.
2002 wurde beschlossen, diese Züge zu ertüchtigen. Sie wurden zwischenzeitlich anlässlich der HU rundum erneuert und werden jetzt als A3E bezeichnet. (siehe dort)
Die Baureihe A3E
Aufgrund der angespannten Finanzlage der Stadt Berlin und der BVG verbietet sich die massenweise Beschaffung von HK-Zügen für das Kleinprofil, um alle ältesten A3-Züge zu ersetzen. Aus diesem Grunde beschloss die BVG im Jahre 2002 die Modernisierung dieser bis zu 40 Jahre alten Züge. In dieses Modernisierungs-Programm fallen die zwischen 1964 und 1967 beschafften A3-Stahlzüge der Baureihen A3 64 und A3 66, deren Lebenserwartung in diesen Jahren erreicht bzw. überschritten ist. Die BVG erhofft sich von der "Ertüchtigung" eine weitere Einsatzfähigkeit im Kleinprofilnetz für 15 bis 20 Jahre.
Der Umbau findet im Rahmen einer anstehenden
Hauptuntersuchung statt. Folgendes ist vorgesehen:
Die Fahrzeuge erhalten eine neue Außenbekleidung sowie moderne
Innenverkleidung, die den letzten A3L-Zügen, den A3L 92ern angepasst ist. Außerdem wird die gesamte Fahrzeugtechnik überholt bzw. gegen neue Komponenten
ausgetauscht. So bleiben zwar die alten Gleichstrommotoren erhalten, hingegen
wird die Zugsteuerung gegen eine Moderne ersetzt. Hierbei wird es sich um eine
zeitgemäße Gleichstromsteller-Steuerung handeln. Der Erfolg hierbei ist, dass
die Züge anschließend mit den A3L-92-Zügen im Zugverband laufen können. Hingegen
ist ein Zusammenlauf mit den alten A3 und A3L-bis 71 nicht mehr möglich.
Im Inneren werden die Züge mit hellgrauen Wänden verkleidet, die ein wenig an die Wände der A3L-92er erinnern. Die Sitze dagegen kommen aus den H- und HK-Zügen. Äußerlich sind die Züge an der etwas aufgesetzt wirkenden Stirnwandtür erkennbar. Die alte Stirnwandtür sorgte immer wieder für Zug im Führerstand.
Bereits Anfang 2002 wurde die Einheit 971/970 nach Mittenwalde überführt. Sie diente als Erprobungsträger und wurde nach Abschluss der Testreihen verschrottet.
Im Zusammenhang mit der Ertüchtigung erhalten die umgebauten Einheiten ein neues Nummernschema: Sie werden rückwärtszählend unter den A3L-92.3 eingegliedert.

A3E-Zug am Gleisdreieck. Ehemals A3-66er 907/906
Folgende Züge sind mittlerweile umgebaut bzw. ertüchtigt:
| Wagennummern alt | Baureihe bisher | Wagennnummern neu (A3E) |
| 977/976 | A3-64 | 497/496 |
| 975/974 | A3-64 | 505/502 |
| 973/972 | A3-64 | 529/528 |
| 967/966 | A3-64 | 491 sowie 486 |
| 965/964 | A3-64 | 485/484 |
| 963/962 | A3-64 | 527/526 |
| 961/960 | A3-64 | 525/524 |
| 959/958 | A3-64 | ? sowie 428 |
| 953/952 | A3-64 | 535/534 |
| 951/950 | A3-64 | 533/532 |
| 945/944 | A3-64 | 505/504 |
| 943/942 | A3-64 | 489/488 |
| 939/938 | A3-64 | 537/536 |
| 933/932 | A3-66 | 513/512 |
| 931/930 | A3-66 | 531/530 |
| 927/926 | A3-66 | 517/516 |
| 921/920 | A3-66 | 511/510 |
| 917/916 | A3-66 | 509/508 |
| 915/914 | A3-66 | 483 sowie 500 |
| 913/912 | A3-66 | 515/514 |
| 911/910 | A3-66 | 519/518 |
| 907/906 | A3-66 | 521/520 |
| 905/904 | A3-66 | 501 sowie ? |
| 903/902 | A3-66 | 493/492 |
| 901/900 | A3-66 | 499/498 |
| 899/898 | A3-66 | 507/506 |
| 897/896 | A3-66 | 523/522 |
| 895/894 | A3-66 | 487 sowie ? |
| 893/892 | A3-66 | 495/494 |
Alle hier nicht gelisteten Wagen wurden oder
werden ausgemustert, da das Umbauprogramm beendet ist.
Die
Baureihe A3L
A3L66, A3L67, A3L71

Baureihen DL und
A3L
Die Leichtbauzüge
Mitte der Sechziger Jahre wurde überlegt, ob die neuen
U-Bahnwagen der Gattungen D und A3 nicht auch aus
Aluminiumprofilen gebaut werden könnten. Natürlich war dies
möglich! Schließlich wurden entsprechende Versuche schon mit
dem Bau der C-IV-Wagen 1930 unternommen.
Die Gewichtsersparnis bei den neuen Zügen war so enorm dass eine
schwächere Motorisierung als ausreichend erschien. Nach wie vor
wurden generell alle Achsen angetrieben, doch wurden anstatt 150
kw-Motoren nun 135 kw-Motoren verwendet. Oberflächlich
betrachtet unterscheiden sich die neuen Züge nicht von den
Vorgängern, man muss schon genau hinsehen: Bei den Stahlzügen
wurden die Fenster mit Chromkanten eingefasst, die Stirnfenster
waren völlig plan gehalten. Bei den neuen Aluminiumzügen
verwendete man schwarze Gummilippen zur Einfassung der
Fensterscheiben. Die Stirnfenster sind leicht gekrümmt und
passen sich somit bündig der Krümmung der Stirnfront an.

Zug der Bauart
A3L-71
Für beide Netzteile wurden bis 1973 weitere A3L- und DL-Züge
beschafft:
Kleinprofil:
Baureihe
A3L66:
Gebaut 1966 bei Orenstein & Koppel
Anzahl: 4 Einheiten bestehend aus 8 Wagen
Wagennummern rückwärtslaufend: 891/890 - 885/884
Mit der Beschaffung dieser Züge
wurden die letzten A1-Holzzüge überflüssig und ausgemustert. Jene Züge
stammten aus der Zeit von 1906-13.
Baureihe
A3L67:
Gebaut 1967/68 bei Orenstein & Koppel
Anzahl: 45 Einheiten bestehend aus 90 Wagen
Wagennummern: 883/882 - 795/794
Nach Inbetriebnahme dieser Züge
konnten die letzten A1-Stahlzüge abgestellt werden. Sie wurden 1924 bis 26
gebaut.
Baureihe
A3L71:
Gebaut 1972/73 bei Orenstein & Koppel
Anzahl: 69 Einheiten bestehend aus 138 Wagen
Wagennummern: 793/792 - 657/656
Diese Züge waren als Ersatz für die letzten A2-Züge gedacht. Jene Züge wurden 1928/29 gebaut und um 1962-65 ertüchtigt. Die letzten A2-Züge wurden im April 1973 aus dem Fahrgastdienst genommen.
Bei ab Ende 1981 anstehenden Hauptuntersuchungen wurde auf die metallenen Zierleisten auf der Außenhaut verzichtet. Stattdessen erhielten die Züge eine schwarze Zierlinie.
1981 wurden einige A3L71-Züge mit einem neuen Zugsteuerungssystem namens "SELTRAC" ausgerüstet und auf der dafür hergerichteten Linie 4 eingesetzt. Diese Versuche wurden 1995 beendet. Seltrac war ein in der Funktion ähnliches System, wie das System LZB 500 (Siemens) auf der Linie 9. Seltrac war ein Produkt der Firma Standard Elektronik Lorenz. Der Zugverkehr wurde automatisch abgewickelt, der anwesende Fahrer hatte nur einen Startknopf zu drücken.

Ein SELTRAC-Zug am Bayerischen Platz
Die A3L-Züge heute:
Bis 1993 kamen die Züge nur im Westnetz der BVG zum Einsatz, fahren aber
seither auch nach Pankow. Im November 1999 wurden (zusammen mit den älteren
A3-Stahlzügen) die vier Einheiten des Typs A3L66 ausgemustert. Seither erfolgte
auch die Ausmusterung der ersten Einheiten der Serie A3L67. Zwischen 2006 und
März 2008 wurden alle restlichen A3L67-Züge ausgemustert. Somit gibt es nur
noch die Unterserie A3L71, die im Einsatz steht.

Baureihe A2L82 ist äußerlich identisch
mit A3L92
Im Jahre 1979 begann die technische Entwicklung einer neuen Baureihe für das Kleinprofil. Damals allerdings ging die Überlegung hin zu einer Bauart, die mit den Hamburger U-Bahnzügen der Baureihe DT-2 vergleichbar ist, so sollten die neuen Berliner Kleinprofilzüge nur noch mit sechs Achsen und mit einem mittleren Jakobs-Drehgestell bestückt werden, analog zum DT-2er. Als Baureihenbezeichnung war "A4" im Gespräch. Nach Abwägung aller Vor und Nachteile entschied man sich zu einem Nachbau der A3-Züge.
Hierbei handelte es sich um Neukonstruktionen in
denen der technische Fortschritt seit 1973 berücksichtigt wurde.
Zwar wurde am achtachsigen Doppeltriebwagen festgehalten, doch erhielt er eine Fahrsteuerung mit
Gleichstromstellern. Hierdurch war ein absolut ruckfreies
Anfahren und Bremsen möglich.
Voraussetzung sollte ein problemfreier Zusammenlauf mit älteren
A3/A3L-Zügen sein. Dies war gegeben.
Optisch orientierten sich diese neuen Züge an den letzt
gelieferten Großprofil-F-Zügen (F-76/79)
Im Unterschied zu den Großprofilzügen hatten die neuen A3er
keine Türöffnungshilfe, die Türen waren direkt von den
älteren A3-Zügen übernommen worden.
Im Innenraum erhielten die Züge hellrot gemusterte Plüschsitze
als Längsbänke in klassischer Anordnung. Als Wandvertäfelungen wurden wieder
Holz-imitierende Platten verwendet, wodurch diese Züge den alten A3-Zügen zum
verwechseln ähnlich sind.
Die Baureihe
A3L82:
Gebaut 1982/83
Anzahl: 8 Einheiten bestehend aus 16 Wagen
Wagennummern rückwärtszählend: 655/654 - 641/640
Man kann eigentlich nicht sagen, dass dringender Bedarf nach Neubauzügen bestand: die ältesten A3-Züge und somit ältesten Kleinprofilzüge der BVG-West überhaupt stammten von 1960 und waren somit erst etwas über 20 Jahre alt. Des weiteren bestand kein Bedarf zu einer Erweiterung des Wagenparks da Streckenerweiterungen nicht im Bau und auch nicht in naher Zukunft vorgesehen waren. Somit konnte man damals davon ausgehen, dass es sich nicht um Prototypen für eine Großbestellung handeln würde. In den Folgejahren wurden diese Züge zumeist gemischt mit älteren A3/A3L-Zügen auf der damaligen U1 (Schlesisches Tor - Ruhleben) eingesetzt.

Um
ausreichende Reserven zu haben, bestellte die BVG-West um 1982
bei der Industrie einige A3-Züge. Hierbei handelte es sich um
Neukonstruktionen in denen der technische Fortschritt
berücksichtigt wurde. Zwar wurde am achtachsigen
Doppeltriebwagen festgehalten, doch erhielt er eine Fahrsteuerung
mit Gleichstromstellern. Ein Zusammenlauf mit älteren
A3/A3L-Zügen war gegeben.
Später, gegen 1992, ging nochmals ein Auftrag an die Industrie:
Diesmal ging es um die Bedarfsergänzung, die Ende 1993 anstehen
sollte, wenn das Kleinprofilnetz vereinigt werden sollte.
Kurzfristig wurde dieser Auftrag erweitert, so dass der Auftrag
aus drei Teil-Lieferungen bestehen sollte. Wesentlicher
Unterschied gegenüber den 1982 gebauten Zügen besteht im
Antrieb: Erstmalig wurden nun Kleinprofilzüge mit
Drehstrom-Motoren versehen. Die Türen des Zuges öffnen sich auf
Knopfdruck selbsttätig, sind aber weiterhin
Taschenschiebetüren. Neu an den Türen: sie werden elektrisch
angetrieben.
Baureihe
A3L92.1:
Gebaut 1993
Anzahl: 18 Einheiten, bestehend aus 36 Wagen
Wagennummern rückwärtszählend: 639/638 - 605/604
Baureihe
A3L92.2:
Gebaut 1994/95
Anzahl: 25 Einheiten, bestehend aus 50 Wagen
Wagennummern: 603/602 - 555/554
Baureihe
A3L92.3:
Gebaut 1995
Anzahl: 8 Einheiten, bestehend aus 16 Wagen
Wagennummern: 553/552 - 539/538

Ein A3L92.2-Zug am Bahnhof Mendelssohn-Barthody-Park
Fahrzeugbeschaffungen für die Ostberliner Linie A durch die DDR:
Die
Baureihe G
"Gustav" und "Gisela": G, G-I, G-II, G-I/1

Die Baureihe G
Die U-Bahnzüge der BVG-Ost für die Kleinprofillinie A
Auf der Ostberliner Kleinprofillinie A wurden seit 1961
ausschließlich A-I- und A-II-Züge eingesetzt. Seit 1968 kamen
von der Linie E weitere A-I-Züge hinzu, sie waren dort als
Ersatz für nach Moskau transportierte Großprofilwagen seit 1945
im Einsatz. Diese A-Züge wiesen einige Änderungen gegenüber den originalen
A-Wagen auf: So hatten sie eine Innenraumbeleuchtung mit Neonröhren.
Im Oktober 1972 gab es einen schweren Brand auf der
Abstellanlage des Bahnhofs Alexanderplatz, der eine empfindliche
Wagennot nach sich zog. Kurzfristig erwarb die BVG-Ost damals 40
modernisierte A-II-Wagen von der BVG-West, die zuvor dort
ausgemustert wurden. So bestand die Linie A im Osten Berlins
gegen 1974 aus einem Sammelsurium höchst unterschiedlicher
U-Bahnzüge aus der Zeit von 1902 bis 1929.
Seit 1960 setzt die BVG-West auf ihren Kleinprofillinien
zunehmend Neubauzüge ein. Diese Züge stehen der BVG-Ost nicht
zur Verfügung, auch kann sie wegen Devisenmangel keine solchen
modernen Züge beschaffen. Da die Linie A andere
Fahrzeugparameter als die im Ostblock üblichen besitzt, konnte
man auch nicht auf die sowjetischen Einheitstypen, wie sie in
Moskau fahren, zurückgreifen.
Die BVG-Ost ist also daher gezwungen selbst einen neuen U-Bahnzug zu entwickeln. Daher strebte sie eine Zusammenarbeit mit dem VEB Lokomotiv- und Elektrokombinat in Hennigsdorf an. Die Entwicklung dieser Züge begann gegen Anfang der Siebziger Jahre. Ab Januar 1974 wurde der erste Prototyp in Hennigsdorf gebaut. Er wurde im Februar 1975 zur BVG-Ost überstellt und anschließend getestet. Ein zweiter Vier-Wagenzug wurde bevor er zur BVB kam in Leipzig auf der Frühjahrsmesse 1974 ausgestellt.
G-Prototyp ("Gustav")
Hierbei handelt es sich, wie beim Westberliner Gegenstück A3, um
einen kurzgekuppelten Doppeltriebwagen, bei denen alle acht
Achsen angetrieben sind. Vier Motoren kommen zum Einbau. Als
Bremse dient eine elektrische Widerstandsbremse, die durch
Scheibenbremsen ergänzt wird. Der Wagenkasten besteht aus
gesickten Aluminium und verfügt je Wagenseite über zwei
automatisch schließbare Türen. Je Doppeltriebwagen ist ein
Führerstand vorhanden, so dass die kleinste betrieblich
einsetzbare Einheit aus vier Wagen besteht. Der Prototyp, der ab
1975 auf der Linie A getestet wurde, bewährte sich im Alltag
nicht. Daher musste dieser Prototyp in vielen Punkten
überarbeitet werden.
Das Ergebnis war ein wesentlich verbesserter Zugtyp, der mit dem
Prototypen nicht mehr viel gemeinsam hatte.
Ab 1978 begann die Serienlieferung der neuen Züge mit der
Vorgabe, bis 1984 alle Altbauzüge abzulösen. Dieser Wagentyp,
G-I genannt, kam ab 1978 zum Fahrgasteinsatz.
Exportverpflichtungen zwangen die DDR, einige fabrikneue
G-I-Züge vorübergehend nach Athen auszuleihen. Sie mussten den
dortigen Verhältnissen angepasst werden und blieben bei der
dortigen Schnellbahn als G-II bezeichnet bis Anfang 1985 im
Einsatz. Gleichzeitig produzierte LEW Hennigsdorf einen
speziellen Athener U-Bahntyp, der sich wesentlich am G-I-Typ
orientierte. Er wurde aufgrund seiner engen Verwandtschaft zum
Berliner G-I-Typ als G-III bezeichnet. Diese Züge wurden ab 1985
nach Athen exportiert und brachten der DDR Devisen. Aus diesem
Grunde hatte der Athener Auftrag gegenüber dem BVG-Ost-Auftrag
Vorrang. Deshalb konnten die Altbauzüge auf der Linie A auch
nicht wie vorgesehen bis 1984 abgelöst werden. Ab 1985 kamen
nach und nach die nach Athen ausgeliehenen Züge nach Berlin
zurück. Sie mussten vorher auf die Berliner Verhältnisse
zurückgebaut werden, dennoch wurden sie längere Zeit als G-II
bezeichnet. Ab 1987 kamen technisch verbesserte G-Züge zur
Ausführung, sie wurden bis 1989 gebaut und lösten dann
tatsächlich bis November 1989 die letzten A-Züge ab.

Ein "Gustav-Zug"
auf der Linie A auf dem Weg zum Thälmannplatz
Baureihe G
(Prototyp, Rufname "Gustav")
Gebaut 1974 bei LEW Hennigsdorf
Anzahl: 4 Einheiten bestehend aus 8 Wagen.
1979 abgestellt, 1993 ausgemustert, 1997 verschrottet.
Mit den seit 1992 üblichen BVG-Wagennummern wurden diese in Hönow abgestellten Wagen nie versehen.
| G | |||
| Baujahr | BVB-Wagennummern | BVG-Wagennummern | Anzahl Einheiten |
| 1974 | 135 750/751 - 757/758 | 499/498 - 493/492 | 4 (8 Wagen) |
Baureihe G-I
(Serientyp, Rufname "Gisela")
Gebaut 1978 - 1983 bei LEW Hennigsdorf
Anzahl: 57 Einheiten bestehend aus 114 Wagen
Wagennummern:
| G-I | |||
| Baujahr | BVB-Wagennummern | BVG-Wagennummern | Anzahl Einheiten |
| 1978 | 135 758/759 - 772/773 | 491/490 - 477/476 | 7 (14 Wagen) |
| 1979 | 135 774/775 - 778/779 | 475/474 - 471/470 | 3 (6 Wagen) |
| 1979 | 135 782/783 - 794/795 | 469/468 - 457/456 | 7 (14 Wagen) |
| 1980 | 135 796/797 - 832/833 | 455/454 - 419/418 | 19 (38 Wagen) |
| 1980 | 135 836/837 | 417/416 | 1 (2 Wagen) |
| 1981 | 135 838/839 - 852/853 | 415/414 - 401/400 | 8 (16 Wagen) |
| 1982 | 135 854/855 - 856/857 | 399/398 - 397/396 | 2 (4 Wagen) |
| 1983 | 135 858/859 - 862/863 | 395/394 - 391/390 | 3 (6 Wagen) |
Baureihe G-II (Athener
Wagen)
Gebaut 1983 bei LEW
Anzahl: 10 Einheiten bestehend aus 20 Wagen
Diese Einheiten liefen anfangs in Athen. Später wurden auch sie
als G-I bezeichnet.
| G-II | ||||
| Baujahr | Athener Nummern | BVB-Wagennummern | BVG-Wagennummern | Anzahl Einheiten |
| 1983 | 102/202 | 135 866/867 | 389/388 | 1 (2 Wagen) |
| 1983 | 104/204 - 107/207 | 135 870/871 - 876/877 | 387/386 - 381/380 | 4 (8 Wagen) |
| 1983 | 108/201 (!) | 135 878/879 | 379/378 | 1 (2 Wagen) |
| 1983 | 109/209 - 112/212 | 135 880/881 - 886/887 | 377/376 - 371/370 | 4 (8 Wagen) |
Baureihe
G-I/1
Gebaut 1986-89 bei LEW
Anzahl: 52 Einheiten bestehend aus 104 Wagen
| G-I/1 | |||
| Baujahr | BVB-Wagennummern | BVG-Wagennummern | Anzahl Einheiten |
| 1987 | 135 896/897 - 898/899 | 369/368 - 367/366 | 2 (4 Wagen) |
| 1988 | 135 900/901 - 938/939 | 365/364 - 327/326 | 20 (40 Wagen) |
| 1989 | 135 940/941 - 998/999 | 325/324 - 267/266 | 30 (60 Wagen) |
Die gebauten G-Züge überstiegen bei weitem den tatsächlichen
Bedarf der Linie A. Dies wurde damit begründet, dass ausreichende Reserven für Ausfälle bereitstanden. Bis 1993
liefen die G-Züge fast ausschließlich auf der Linie A, die seit
1990 U2a hieß und 1993 in der neugebildeten U2 aufging. Einige
wenige Züge jedoch kamen ab 1991 auch im Westnetz zur Erprobung
zum Einsatz. Sie schienen sich unter den härteren Bedingungen im
Westen zunächst zu bewähren.
Ab November 1993
kamen alle G-Züge bedingt durch die Vereinigung im gesamten Netz
zum Einsatz. Sehr schnell stellten sich bei vielen Zügen
Schwächen heraus, die nicht vorausgesehen wurden. Zahlreiche
G-Züge blieben mit Pannen liegen. Dies bewog die BVG dazu, die
meisten G-Züge erst mal aus dem Einsatz zu nehmen mit der Folge dass Wagennot herrschte. Anfang 1994 wurden einige Züge ,vor
allem die Neueren, technisch ertüchtigt und wieder eingesetzt.
Die älteren Züge blieben abgestellt und litten zunehmend unter
Vandalismus-Schäden. So stand bald fest, dass sich die BVG von
diesen Zügen trennen wollte.
1996 kam ein Handel mit Nordkorea zustande. Die Nordkoreaner
übernahmen 120 G-Wagen, die zukünftig auf der Metro von Pyongyang laufen sollten, unter anderem die G-II-Züge, die in Athen
liefen.
Anfang 1997 gingen die Züge via Schiene nach Wismar, von wo sie
nach Korea verschifft wurden.
Einige neuere G-I/1-Züge dagegen sind noch heute auf der U2 anzutreffen. Insgesamt handelt es sich hierbei um 56 Einheiten. Sie sollen noch einige Jahre im Einsatz bleiben. Seit 1997 kommen erheblich umgebaute G-I/1-Züge zum Einsatz, die sogar für den ZSA-Betrieb geeignet sind: Sie erhielten eine neue Türsteuerung, wobei sich die Türen auf Knopfdruck öffnen. Lautsprecheranlagen verkünden die folgenden Bahnhöfe, außerdem wurden die Kunstleder-Sitzpolster aus DDR-Zeiten gegen vandalismusresistente Sitze der BVG ersetzt.
Im Sommer 2001 wurden alle Giselazüge wegen eines Brandschadens aus dem Einsatz genommen. Die BVG wollte durch unabhängige Gutachter ergründen, wieso es bei den G-Zügen zu diesen Zwischenfällen kommen kann. Zunächst wurden die Züge abgestellt. Zwischenzeitlich erfolgten entsprechende Untersuchungen. Seither wurden die Züge umgerüstet und sind seit Dezember 2001 wieder im Fahrgasteinsatz.

Baureihe G I/1E
2004 beschloss die BVG, einige G-I/1-Züge umfassend zu ertüchtigen. Nicht mehr lieferbare Baugruppen sollen aus DL-Zügen übernommen werden. Im Inneren werden die Züge dem Corporate-Design der BVG angepasst. Außerdem werden je zwei Einheiten dauerhaft gekuppelt und stets als 4-Wagenzug zusammen laufen. Aus diesem Grunde wird das von den HK-Zügen bekannte Wagennummersystem auch für diese Züge übernommen: Jeder 4-Wagenzug erhält eine Nummer und jeder Wagen eine Unternummer: Das System beginnt bei 1070. Insgesamt sollen bis 2007 25 Züge entstehen.
Am 25. Oktober 2005 wurden in
Grunewald die ersten zwei 4-Wagenzüge in einem "Roll-out" der Presse
vorgestellt. Sie tragen die Wagennummern 1073 und 1074.
Der Fahrgastraum wurde im BVG-Design gestaltet, also viel gelb und weiß. Neu
ist ein Mehrzweckbereich für Kinderwagen und Fahrräder. Die Widerstandslüfter
sind leiser und außerdem wurden statische Umrichter eingebaut, die lautlos
arbeiten. Äußerlich unterscheiden sich die erneuerten Züge kaum von den alten
Zügen. Auffallend ist das neue und etwas kälter wirkende Sonnengelb der BVG,
wie es bei den H- und HK-Zügen üblich ist.
Die Modernisierung dieser Züge kostet je Wagen mit 250.000 € rund ein Zehntel
von dem, was Neubauzüge kosten würden.
Liebend gerne hätte sich die BVG von diesen aus der DDR stammenden Zügen getrennt, aber dies ist der BVG untersagt: Man kam vor einigen Jahren auf die Idee, diese Züge im Rahmen eines so genannten "Cross-Border-Leasing-Vertrages" an ein amerikanisches Finanzkonsortium zu verkaufen und zurück zu leasen. Dieser gewagte Handel spülte Geld in die Kassen des hochverschuldeten Unternehmens. Die Folge aber ist, dass es der BVG in den nächsten Jahren nicht möglich ist, die Giselas auszumustern. Stattdessen müssen die Züge um weiter einsatzfähig zu bleiben, ertüchtigt werden. Aus diesem Grunde stehen in den nächsten Jahren A3L-Züge auf der Ausmusterungsliste.

Ertüchtigter G-I/1E-Zug: Äußerlich nahezu unverändert, technisch mit neuen
Komponenten aus DL-Zügen.

Als der Fahrzeugtyp H für das
Großprofil entworfen wurde, war von vornherein klar, dass dieser
Typ auch für das Kleinprofil verfügbar sein soll. Auch hier war
an einen durchgehend begehbaren Zug gedacht. Doch anders als im
Großprofil werden im Kleinprofil auch 8-Wagenzüge eingesetzt.
Ein durchgehenden und nicht trennbaren Acht-Wagenzug hielt man
allerdings für wenig sinnvoll. Daher wurde ein Vierwagenzug
entwickelt. Er wurde so konstruiert, dass sämtliche Technik
unter dem Wagenboden untergebracht ist. Jeder Wagen weist, wie
beim A3 ebenfalls drei Türen auf jeder Wagenseite auf. Außerdem wurde an den Längssitzen festgehalten.
Dieser Wagentyp verfügt nicht über einen All-Achsantrieb: Eine
von vier Achsen eines Wagens ist eine Laufachse.
Die erste Einheit wurde Anfang 2001 an die BVG ausgeliefert und
ist seit 14. Februar auf dem Streckennetz zu Prüffahrten
unterwegs.

Zug der Baureihe HK-2000
Baureihe HK-00 (Vorserie,
auch HK-2000 genannt)
Ursprünglicher Arbeitstitel: A4
Gebaut 2000/01 bei Adtranz
4 Einheiten bestehend aus je 4 Wagen.
Wagennummern 1001 - 1004
Heute kommen diese vier Einheiten auf der U2 zum Einsatz.
Baureihe HK-06
Zwischenzeitlich beschloss die BVG die
Beschaffung weiterer HK-Züge. Es sollen die ersten Serienzüge und zugleich
auch die Letzten ihrer Art sein. Kurz nach Auslieferung des ersten Serienzuges
im Sommer 2006 zeigten sich massive Probleme, die die BVG veranlasste, die
Lieferung stoppen zu lassen. Es ist damit zu rechnen, dass Bombardier
nachbessern wird.
Gebaut ab 2005 bei Bombardier
20 Einheiten, bestehend aus je vier Wagen.
Wagennummern 1005 - 1024
Nach Auslieferungsende wird die BVG einen neuen Wagentyp bauen lassen. Er wird IK heißen und ebenfalls aus vier Wagen bestehen, durchgehend begehbar sein. Allerdings soll er wenige Zentimeter breiter ausfallen, da sich nach neuesten Berechnungen zeigte, dass der HK-Zug das Tunnelprofil nicht vollständig ausnutzt und hier noch Kapazitäten schlummern, die nun genutzt werden sollen.