U-Bhf. Rathaus Schöneberg
U4
Aufnahmen von 1982
Dieser U-Bahnhof gehört mit zu den reizvollsten, die Berlin zu bieten hat: Dieser Bahnhof entstand zwischen 1908 und 1910 für die U-Bahn der Stadt Schöneberg.
Am 1. Dezember 1910 wurde diese U-Bahnstrecke als „5. U-Bahn Europas“ in Betrieb genommen. Die Strecke hatte eine rein kommunale Versorgungsfunktion und sollte auf eindrucksvolle Art dem fremden zeigen, dass es der Stadt Schöneberg gut ging. Diese U-Bahnlinie, die bis 1926 betrieblich von der Berliner Hochbahn völlig unabhängig war, hatte eine Länge von 2,9 Kulometern mit fünf Bahnhöfen. Ein Bahnhof war der Bahnhof Stadtpark, der sich harmonisch in eine Parkanlage eingliederte. Diese Parkanlage wurde damals selbst erst angelegt und befindet sich im sogenannten „Schwarzen Graben“, einem moorigen Geländeeinschnitt, der für eine Bebauung völlig ungeeignet war. Die einzige Möglichkeit für die U-Bahnbauer, war, die Strecke unter Einhaltung der Gradiente oberirdisch durch dieses Fenngelände durchzuführen. Das Bauwerk wurde doppelt genutzt: Auf der Oberseite des bahnhofes wurde eine Straße angelegt, die brückenartig ebenfalls den Schwarzen Graben quert.
Der Bahnhof Stadtpark, von Johann Emil Schaudt entworfen, galt als technisches Denkmal und wurde im Bahnhofsbereich zunächst auf einer Länge von 45 Metern ausgebaut. Dies reichte für die kurzen Schöneberger U-Bahnzüge. Noch im selben Jahrzehnt wurde der bahnsteig auf 90 Meter Länge ausgebaut, was bautechnisch ohne weiteres möglich war. Seit 1926 war es daher möglich 6-Wagenzüge auf dieser Strecke einzusetzen.
Die folgenden Jahrzehnte änderte sich nichts wesentliches an diesem Bahnhof, doch der Zweite Weltkrieg forderte seinen Tribut: Bereits 1940 wurde der Bahnhof schwer beschädigt. Vor allem 1945 wurde der Bahnhof völlig zerstört. Der U-Bahnverkehr war längst zum Erliegen gekommen. Erst am 16. Dezember fuhren hier wieder U-Bahnzüge; jedoch hielten die nicht. Der Pendelzug fuhr vom Bayerischen Platz ohne Halt zum Innsbrucker Platz durch. Zunächst wurde der Bahnhof provisorisch aufgebaut, in erster Linie allerdings für die darüberliegende Straße. Die Fenster des Bahnhofes wurden vermauert, an einen betrieblichen Halt aber wurde damals noch nicht gedacht, es gab wichtigere Objekte der U-bahn, die aufgebaut werden mussten. Immerhin: Seit 15. September 1946 wird auf dieser Strecke wieder zweigleisig gefahren.
Gegen 1950 kam endlich Bewegung in die Sache: Man begann mit dem Wiederaufbau des Bahnhofes Stadtpark. Äusserlich wurde der Bahnhof weitgehend wieder dem ursprünglichen Erscheinungsbild angepasst, im Inneren jedoch war man nicht ganz so genau: Die ursprünglichen türkisen Wandfliesen -wo sie denn noch vorhanden waren- wurden beige überstrichen. Der Eingangsbereich wurde ebenfalls vereinfacht aufgebaut, bei weitem jedoch nicht so hässlich, wie er sich dem U-Bahnbenutzer heute präsentiert.
Zum 15. Mai 1951 endlich konnt dieser Bahnhof -als letzter in ganz Berlin- wieder eröffnet werden. Das Schöneberger Rathaus war bedingt durch die politischen Ereignisse seit der Blockade zum Regierungssitz des Westteils Berlins geworden. Grund genug, dem Bahnhof einen neuen Namen zu geben: Seither heisst er „Rathaus Schöneberg“.

Bahnsteighalle mit Bahnsteigerweiterung aus den 10er Jahren
Automatischer U-Bahnbetrieb auf der U4
Diesen Hydranten-Schrank würde ich mir sogar in die Wohnung stellen...
Schöneberger Einheitsstützpfeiler von 1910
Frisch gestrichener Betriebsraum