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Berliner UntergrundbahnSeit 1902 unter der Stadt

Die U-Bahnlinien

Linien

Das Berliner U-Bahn-Netz besteht heute aus neun Linien mit einer Gesamtlänge von etwa 155 Kilometern und 175 Bahnhöfen. Die Linien werden in Kleinprofil- und Großprofilstrecken unterschieden.

Übersicht der Linien

  1. U1Warschauer Straße – Uhlandstraße13 Bahnhöfe · Kleinprofil8,8 km
  2. U2Pankow – Ruhleben29 Bahnhöfe · Kleinprofil20,7 km
  3. U3Nollendorfplatz – Krumme Lanke15 Bahnhöfe · Kleinprofil11,9 km
  4. U4Nollendorfplatz – Innsbrucker Platz5 Bahnhöfe · Kleinprofil2,9 km
  5. U5Hauptbahnhof – Hönow32 Bahnhöfe · Großprofil22,4 km
  6. U6Alt-Tegel – Alt-Mariendorf29 Bahnhöfe · Großprofil19,9 km
  7. U7Rathaus Spandau – Rudow40 Bahnhöfe · Großprofil31,8 km
  8. U8Wittenau – Hermannstraße24 Bahnhöfe · Großprofil18,1 km
  9. U9Osloer Straße – Rathaus Steglitz18 Bahnhöfe · Großprofil12,5 km

U1 – Die Stammstrecke

Die U1 ist die älteste U-Bahn-Linie Berlins und wurde am 15. Februar 1902 als erste Untergrundbahn Deutschlands eröffnet. Sie verbindet heute Warschauer Straße in Friedrichshain mit Uhlandstraße in Charlottenburg und verläuft größtenteils als Hochbahn.

Steckbrief

Strecke
Warschauer Straße – Uhlandstraße
Eröffnung
15. Februar 1902
Länge
8,8 km
Bahnhöfe
13
Profil
Kleinprofil (2,30 m breit)
Betreiber
BVG (Berliner Verkehrsbetriebe)
Fahrzeuge
Baureihe IK (bis 2023), heute H-Baureihe
Besonderheit
Erste U-Bahn Deutschlands, größtenteils als Hochbahn

Geschichte

Die Stammstrecke der Berliner Hochbahn wurde von Siemens & Halske gebaut und verband zunächst nur Stralauer Tor (heute nicht mehr vorhanden) mit dem Zoologischen Garten. Die charakteristische Hochbahnführung entlang der Skalitzer Straße und über die Oberbaumbrücke prägt bis heute das Stadtbild.

Nach dem Mauerbau 1961 war die Linie geteilt und verkehrte nur noch zwischen Schlesisches Tor und Ruhleben. Erst nach der Wiedervereinigung wurde die Strecke über die Oberbaumbrücke wieder in Betrieb genommen.

Streckenverlauf

  1. Warschauer Straße
  2. Schlesisches Tor
  3. Görlitzer Bahnhof
  4. Kottbusser Tor
  5. Prinzenstraße
  6. Hallesches Tor
  7. Möckernbrücke
  8. Gleisdreieck
  9. Kurfürstenstraße
  10. Nollendorfplatz
  11. Wittenbergplatz
  12. Kurfürstendamm
  13. Uhlandstraße

U2 – Die längste Kleinprofillinie

Die U2 ist mit 20,7 Kilometern die längste Kleinprofillinie Berlins. Sie verbindet Pankow im Nordosten mit Ruhleben im Westen und durchquert dabei wichtige Bezirke wie Prenzlauer Berg, Mitte und Charlottenburg.

Steckbrief

Strecke
Pankow – Ruhleben
Eröffnung
1913 (Abschnitte ab 1902)
Länge
20,7 km
Bahnhöfe
29
Profil
Kleinprofil (2,30 m breit)
Betreiber
BVG (Berliner Verkehrsbetriebe)
Fahrzeuge
Baureihe H
Besonderheit
Durchquert den ehemaligen Grenzbereich am Potsdamer Platz

Geschichte

Die U2 entstand aus verschiedenen Streckenabschnitten, die ursprünglich zu unterschiedlichen Linien gehörten. Der westliche Teil wurde bereits 1902 als Teil der Stammstrecke eröffnet, während der Nordabschnitt nach Pankow erst 1930 vollendet wurde.

Während der Teilung Berlins war die Linie unterbrochen. Die berühmten „Geisterbahnhöfe“ unter Ost-Berlin, durch die die West-Berliner Züge ohne Halt fuhren, befanden sich auf dieser Strecke.

Streckenverlauf

  1. Pankow
  2. Vinetastraße
  3. Schönhauser Allee
  4. Eberswalder Straße
  5. Senefelderplatz
  6. Rosa-Luxemburg-Platz
  7. Alexanderplatz
  8. Klosterstraße
  9. Märkisches Museum
  10. Spittelmarkt
  11. Hausvogteiplatz
  12. Stadtmitte
  13. Mohrenstraße
  14. Potsdamer Platz
  15. Mendelssohn-Bartholdy-Park
  16. Gleisdreieck
  17. Bülowstraße
  18. Nollendorfplatz
  19. Wittenbergplatz
  20. Zoologischer Garten
  21. Ernst-Reuter-Platz
  22. Deutsche Oper
  23. Bismarckstraße
  24. Sophie-Charlotte-Platz
  25. Kaiserdamm
  26. Theodor-Heuss-Platz
  27. Neu-Westend
  28. Olympia-Stadion
  29. Ruhleben

U3 – Die Wilmersdorfer

Die U3 verbindet den Nollendorfplatz mit Krumme Lanke und erschließt die westlichen Bezirke Schöneberg, Wilmersdorf und Zehlendorf. Sie ist eine der wenigen Linien, die auch während der Teilung durchgehend in West-Berlin verkehrte.

Steckbrief

Strecke
Nollendorfplatz – Krumme Lanke
Eröffnung
12. Mai 1913
Länge
11,9 km
Bahnhöfe
15
Profil
Kleinprofil (2,30 m breit)
Betreiber
BVG (Berliner Verkehrsbetriebe)
Fahrzeuge
Baureihe H
Besonderheit
Einzige Linie mit Außenästen (bis 2004 nach Dahlem-Dorf)

Geschichte

Die U3 wurde als „Wilmersdorf-Dahlemer Schnellbahn“ gebaut und 1913 eröffnet. Sie sollte die südwestlichen Villenkolonien an die Innenstadt anbinden. Bis 2004 gab es einen Abzweig nach Dahlem-Dorf, der dann eingestellt wurde.

Streckenverlauf

  1. Nollendorfplatz
  2. Augsburger Straße
  3. Spichernstraße
  4. Hohenzollernplatz
  5. Fehrbelliner Platz
  6. Heidelberger Platz
  7. Rüdesheimer Platz
  8. Breitenbachplatz
  9. Podbielskiallee
  10. Dahlem-Dorf
  11. Thielplatz
  12. Oskar-Helene-Heim
  13. Onkel Toms Hütte
  14. Krumme Lanke

U4 – Die kürzeste Linie

Die U4 ist mit nur 2,9 Kilometern die kürzeste U-Bahn-Linie Berlins. Sie verbindet den Nollendorfplatz mit dem Innsbrucker Platz und dient hauptsächlich als Zubringer zur U3.

Steckbrief

Strecke
Nollendorfplatz – Innsbrucker Platz
Eröffnung
1. Dezember 1910
Länge
2,9 km
Bahnhöfe
5
Profil
Kleinprofil (2,30 m breit)
Betreiber
BVG (Berliner Verkehrsbetriebe)
Fahrzeuge
Baureihe H
Besonderheit
Kürzeste U-Bahn-Linie Berlins

Geschichte

Die Strecke wurde als Verbindung zwischen der Stammstrecke und der neu entstehenden Schöneberger Strecke gebaut. Ursprünglich war sie Teil größerer Ausbaupläne, die jedoch nie vollständig realisiert wurden.

Streckenverlauf

Nollendorfplatz – Viktoria-Luise-Platz – Bayerischer Platz – Rathaus Schöneberg – Innsbrucker Platz

U5 – Vom Hauptbahnhof nach Hönow

Die U5 ist die zweitlängste Linie des Berliner U-Bahn-Netzes. Sie verbindet den Hauptbahnhof über Alexanderplatz und Lichtenberg bis nach Hönow im Osten und wurde 2020 durch die Verlängerung zur längsten durchgehenden U-Bahn-Linie Deutschlands.

Steckbrief

Strecke
Hauptbahnhof – Hönow
Eröffnung
1930 (Ost), 2020 (Westtunnel)
Länge
22,4 km
Bahnhöfe
32
Profil
Großprofil (2,65 m breit)
Betreiber
BVG (Berliner Verkehrsbetriebe)
Fahrzeuge
Baureihe HK
Besonderheit
Längste durchgehende U-Bahn-Linie Deutschlands

Geschichte

Der östliche Teil der U5 (damals Linie E) wurde 1930 als Teil der Berliner „Großprofil-Nord-Süd-Bahn“ eröffnet. Nach der Teilung wurde die Strecke in Ost-Berlin weiter ausgebaut und erreichte 1989 Hönow.

Das spektakuläre Projekt „U5-Lückenschluss“ verband 2020 die beiden isolierten Streckenabschnitte und schuf eine durchgehende Verbindung vom Hauptbahnhof bis Hönow mit drei neuen Bahnhöfen unter der historischen Mitte (Bundestag, Brandenburger Tor, Museumsinsel).

Streckenverlauf

  1. Hauptbahnhof
  2. Bundestag
  3. Brandenburger Tor
  4. Unter den Linden
  5. Museumsinsel
  6. Rotes Rathaus
  7. Alexanderplatz
  8. Schillingstraße
  9. Strausberger Platz
  10. Weberwiese
  11. Frankfurter Tor
  12. Samariterstraße
  13. Frankfurter Allee
  14. Magdalenenstraße
  15. Lichtenberg
  16. Friedrichsfelde
  17. Tierpark
  18. Biesdorf-Süd
  19. Elsterwerdaer Platz
  20. Wuhletal
  21. Kaulsdorf-Nord
  22. Kienberg (Gärten der Welt)
  23. Cottbusser Platz
  24. Hellersdorf
  25. Louis-Lewin-Straße
  26. Hönow

U6 – Die Nord-Süd-Bahn

Die U6 ist die klassische Nord-Süd-Verbindung durch Berlin. Sie verbindet Alt-Tegel im Norden mit Alt-Mariendorf im Süden und durchquert dabei zentrale Bezirke wie Mitte, Kreuzberg und Tempelhof.

Steckbrief

Strecke
Alt-Tegel – Alt-Mariendorf
Eröffnung
1923 (erste Abschnitte)
Länge
19,9 km
Bahnhöfe
29
Profil
Großprofil (2,65 m breit)
Betreiber
BVG (Berliner Verkehrsbetriebe)
Fahrzeuge
Baureihe H
Besonderheit
Durchquerte als West-Berliner Linie Ost-Berliner Gebiet (Geisterbahnhöfe)

Geschichte

Die Nord-Süd-Bahn wurde ab 1923 schrittweise eröffnet und war eine der wichtigsten Verbindungen durch die Innenstadt. Während der Teilung Berlins wurde sie zum Symbol der geteilten Stadt: Die Linie gehörte zu West-Berlin, durchquerte aber auf ihrem Weg von Nord nach Süd mehrere Ost-Berliner Bahnhöfe, die als „Geisterbahnhöfe“ ohne Halt passiert wurden.

Streckenverlauf

  1. Alt-Tegel
  2. Borsigwerke
  3. Holzhauser Straße
  4. Otisstraße
  5. Scharnweberstraße
  6. Kurt-Schumacher-Platz
  7. Afrikanische Straße
  8. Rehberge
  9. Seestraße
  10. Leopoldplatz
  11. Wedding
  12. Reinickendorfer Straße
  13. Schwartzkopffstraße
  14. Naturkundemuseum
  15. Oranienburger Tor
  16. Friedrichstraße
  17. Französische Straße
  18. Stadtmitte
  19. Kochstraße
  20. Hallesches Tor
  21. Mehringdamm
  22. Platz der Luftbrücke
  23. Paradestraße
  24. Tempelhof
  25. Alt-Tempelhof
  26. Kaiserin-Augusta-Straße
  27. Ullsteinstraße
  28. Westphalweg
  29. Alt-Mariendorf

U7 – Die längste Linie

Die U7 ist mit 31,8 Kilometern die längste U-Bahn-Linie Berlins. Sie verbindet das Rathaus Spandau im Nordwesten mit Rudow im Südosten und durchquert dabei acht Bezirke.

Steckbrief

Strecke
Rathaus Spandau – Rudow
Eröffnung
1924 (erste Abschnitte)
Länge
31,8 km
Bahnhöfe
40
Profil
Großprofil (2,65 m breit)
Betreiber
BVG (Berliner Verkehrsbetriebe)
Fahrzeuge
Baureihe H
Besonderheit
Längste U-Bahn-Linie Berlins, durchquert 8 Bezirke

Geschichte

Die U7 entstand aus verschiedenen Bauabschnitten, die zwischen 1924 und 1984 realisiert wurden. Sie war ein Prestigeprojekt West-Berlins und sollte die isolierte Stadt besser erschließen. Der letzte Abschnitt nach Rathaus Spandau wurde erst 1984 eröffnet.

Streckenverlauf

  1. Rathaus Spandau
  2. Altstadt Spandau
  3. Zitadelle
  4. Haselhorst
  5. Paulsternstraße
  6. Rohrdamm
  7. Siemensdamm
  8. Jakob-Kaiser-Platz
  9. Jungfernheide
  10. Mierendorffplatz
  11. Richard-Wagner-Platz
  12. Bismarckstraße
  13. Wilmersdorfer Straße
  14. Adenauerplatz
  15. Konstanzer Straße
  16. Fehrbelliner Platz
  17. Blissestraße
  18. Berliner Straße
  19. Bayerischer Platz
  20. Eisenacher Straße
  21. Kleistpark
  22. Yorckstraße
  23. Möckernbrücke
  24. Mehringdamm
  25. Gneisenaustraße
  26. Südstern
  27. Hermannplatz
  28. Rathaus Neukölln
  29. Karl-Marx-Straße
  30. Neukölln
  31. Grenzallee
  32. Blaschkoallee
  33. Parchimer Allee
  34. Britz-Süd
  35. Johannisthaler Chaussee
  36. Lipschitzallee
  37. Wutzkyallee
  38. Zwickauer Damm
  39. Rudow

U8 – Die Linie der klassischen Moderne

Die U8 verbindet Wittenau im Norden mit Hermannstraße im Süden. Sie ist bekannt für ihre architektonisch herausragenden Bahnhöfe der Klassischen Moderne, gestaltet von Alfred Grenander und Peter Behrens.

Steckbrief

Strecke
Wittenau – Hermannstraße
Eröffnung
1927 (erste Abschnitte)
Länge
18,1 km
Bahnhöfe
24
Profil
Großprofil (2,65 m breit)
Betreiber
BVG (Berliner Verkehrsbetriebe)
Fahrzeuge
Baureihe F
Besonderheit
Architektonische Meisterwerke der 1920er Jahre (Grenander, Behrens)

Geschichte

Die U8 wurde in den 1920er Jahren als Nord-Süd-Verbindung geplant und zwischen 1927 und 1930 in mehreren Abschnitten eröffnet. Die Bahnhöfe wurden von den renommierten Architekten Alfred Grenander und Peter Behrens gestaltet und gelten als Höhepunkt des U-Bahn-Designs der Weimarer Republik.

Während der Teilung gehörte die U8 zu West-Berlin, durchquerte aber mehrere Ost-Berliner Bahnhöfe ohne Halt. Nach der Wiedervereinigung wurden diese historischen Bahnhöfe aufwendig restauriert.

Streckenverlauf

  1. Wittenau
  2. Rathaus Reinickendorf
  3. Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik
  4. Lindauer Allee
  5. Paracelsus-Bad
  6. Residenzstraße
  7. Franz-Neumann-Platz
  8. Osloer Straße
  9. Pankstraße
  10. Gesundbrunnen
  11. Voltastraße
  12. Bernauer Straße
  13. Rosenthaler Platz
  14. Weinmeisterstraße
  15. Alexanderplatz
  16. Jannowitzbrücke
  17. Heinrich-Heine-Straße
  18. Moritzplatz
  19. Kottbusser Tor
  20. Schönleinstraße
  21. Hermannplatz
  22. Boddinstraße
  23. Leinestraße
  24. Hermannstraße

Hinweis: Die architektonischen Besonderheiten der U8-Bahnhöfe sind auf einer eigenen Seite ausführlich dokumentiert.

U9 – Die jüngste Großprofillinie

Die U9 verbindet Osloer Straße im Wedding mit dem Rathaus Steglitz im Südwesten. Sie wurde größtenteils in den 1960er und 1970er Jahren gebaut und ist damit eine der jüngeren Linien des Netzes.

Steckbrief

Strecke
Osloer Straße – Rathaus Steglitz
Eröffnung
1961 (erste Abschnitte)
Länge
12,5 km
Bahnhöfe
18
Profil
Großprofil (2,65 m breit)
Betreiber
BVG (Berliner Verkehrsbetriebe)
Fahrzeuge
Baureihe H
Besonderheit
Verbindet wichtige West-Berliner Zentren

Geschichte

Die U9 wurde ab 1961 als wichtige Nord-Süd-Achse für West-Berlin gebaut. Sie sollte die westlichen Bezirke besser erschließen und wichtige Zentren wie den Kurfürstendamm und das Rathaus Steglitz verbinden. Der Bau erfolgte schrittweise bis 1976.

Streckenverlauf

  1. Osloer Straße
  2. Nauener Platz
  3. Leopoldplatz
  4. Amrumer Straße
  5. Westhafen
  6. Birkenstraße
  7. Turmstraße
  8. Hansaplatz
  9. Zoologischer Garten
  10. Kurfürstendamm
  11. Spichernstraße
  12. Güntzelstraße
  13. Friedrich-Wilhelm-Platz
  14. Walther-Schreiber-Platz
  15. Schloßstraße
  16. Rathaus Steglitz

Kleinprofil vs. Großprofil

Das Berliner U-Bahn-Netz ist in zwei technisch unterschiedliche Systeme aufgeteilt:

Kleinprofil (U1, U2, U3, U4)

Großprofil (U5, U6, U7, U8, U9)

Die beiden Systeme sind technisch nicht kompatibel. Kleinprofilzüge können nicht auf Großprofilstrecken fahren und umgekehrt.