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Berliner UntergrundbahnSeit 1902 unter der Stadt

Die U5 nach Hönow: Geschichte der östlichen Verlängerung

Linien ·

Die U5 ist die einzige Berliner U-Bahnlinie, die drei Epochen in einer Fahrt zeigt: die Großprofilbahnhöfe der 1930er Jahre zwischen Alexanderplatz und Friedrichsfelde, die oberirdische Verlängerung der DDR nach Hönow aus den 1980er Jahren und den Lückenschluss zum Hauptbahnhof, der 2020 eröffnet wurde. Kaum eine andere Strecke erzählt die Verkehrsgeschichte der geteilten und wiedervereinigten Stadt so vollständig.

Dieser Beitrag konzentriert sich auf den östlichen Teil, die Verlängerung von Tierpark nach Hönow. Die Streckenübersicht des gesamten Netzes mit Bildergalerien finden Sie auf der Seite Berlins U-Bahnstrecken.

Die Linie E: Der Anfang in den 1930er Jahren

Die heutige U5 ging 1930 als Linie E zwischen Alexanderplatz und Friedrichsfelde in Betrieb, im Großprofil, mit Bahnhöfen, die Alfred Grenander in seiner späten, sachlichen Phase entwarf: Schillingstraße, Strausberger Platz, Frankfurter Tor, Samariterstraße, Frankfurter Allee, Magdalenenstraße, Lichtenberg und Friedrichsfelde. Die Bahnhöfe folgen einem einheitlichen Schema mit farbigen Fliesenbändern und kräftigen Stützen. Die Linie lag nach 1945 vollständig im Ostteil der Stadt und blieb bis 1989 die einzige U-Bahnlinie, die die Ost-Berliner Verkehrsbetriebe ausbauten.

Tierpark 1973 und der Sprung nach Hönow

Die erste Verlängerung der DDR-Zeit führte 1973 um eine Station bis Tierpark, als Erschließung des Tierparks Friedrichsfelde und der umliegenden Neubaugebiete. Der große Schritt folgte mit dem Wohnungsbauprogramm in Marzahn und Hellersdorf. Zwischen 1985 und 1989 entstand die Strecke von Tierpark über Biesdorf-Süd, Elsterwerdaer Platz, Wuhletal, Kaulsdorf-Nord, Neue Grottkauer Straße, Cottbusser Platz und Hellersdorf bis Hönow, mit Ausnahme eines kurzen Tunnels vollständig oberirdisch. Der Bahnhof Wuhletal ist bis heute ein Sonderfall, weil dort S-Bahn und U-Bahn am selben Bahnsteig halten. Die Eröffnung am 1. Juli 1989 fiel in die letzten Monate der DDR.

Bauweise und Gestaltung der 1980er Jahre

Was die Verlängerung für den Osten bedeutete

Für Marzahn und Hellersdorf, deren Einwohnerzahl in den 1980er Jahren auf mehrere Hunderttausend wuchs, war die U5 die erste schnelle Verbindung in die Innenstadt. Vorher führte der Weg über Straßenbahn und S-Bahn mit mehrfachem Umsteigen. Das Stadtmuseum Berlin zeigt auf berlin.museum in seinen Sammlungen Pläne und Fotografien der Großsiedlungen, in denen die U-Bahn als Rückgrat der Planung erscheint. Dass die Linie dennoch oberirdisch gebaut wurde, lag am Material- und Zeitmangel der späten DDR, nicht an fehlendem Anspruch.

Der Lückenschluss im Westen

Nach der Wiedervereinigung wurde die U5 im Osten modernisiert und im Westen verlängert: 2009 bis Brandenburger Tor als eigene Stummelstrecke U55, 2020 mit dem Lückenschluss zwischen Alexanderplatz und Brandenburger Tor zur durchgehenden Linie bis Hauptbahnhof. Der rbb hat auf rbb24.de die Eröffnung und die Bauprobleme unter dem Alexanderplatz begleitet, wo das Grundwasser die Bauzeit um Jahre verlängerte. Seitdem fährt die U5 in einer Stunde von Hönow bis zum Hauptbahnhof, durch drei Epochen Berliner Bahnbaus.

Fazit: Drei Epochen auf 22 Kilometern

Die östliche Verlängerung der U5 war das größte U-Bahnprojekt der DDR und das letzte, das sie fertigstellte. Ihre schlichten Betonbahnhöfe wirken neben den Fliesenhallen Grenanders unscheinbar, erzählen aber von einer Zeit, in der eine Stadt ihre Neubaugebiete mit knappsten Mitteln an das Netz anschloss. Wer mit der U5 von Hönow nach Westen fährt, sieht die Geschichte in umgekehrter Reihenfolge.